Millionen für Kultur: Branitz soll Weltkulturerbe werden

Millionen für Kultur: Branitz soll Weltkulturerbe werden

Das Land Brandenburg erhält in den kommenden Jahren zusätzlich fast 28 Millionen Euro an Fördermitteln zur Stärkung und zur weiteren Entwicklung von drei Kultur-Standorten. Das hat der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags am Donnerstag entschieden. Das Land stellt dafür eine Kofinanzierung in Höhe von mehr als 15 Millionen Euro bereit, wie das Kulturministerium mitteilte.

Schloss Branitz

© dpa

Schloss Branitz im Fürst-Pückler-Park.

So erhält das Schloss Branitz mit seinen Fürst Pückler Park vom Bund weitere finanzielle Unterstützung für die kommenden Jahre. Der Haushaltsausschuss gab grünes Licht für 12,5 Millionen Euro für den «Masterplan Branitz 2021-2028» der Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz. Mit dem Geld soll in den kommenden Jahren das Pückler-Erbe von Parklandschaft und Schloss-Ensemble am Rand von Cottbus weiterentwickelt werden.
Die Parklandschaft wird im kommenden Jahr 175 Jahre alt. Schloss Branitz war der Alterssitz von Hermann Fürst von Pückler-Muskau (1785-1871). Dort fand er auch seine letzte Ruhe - in einer Erdpyramide in einem See.
Mit den jetzt beschlossenen Bundeshilfen will die Branitzer Pückler-Stiftung in den kommenden acht Jahren mehrere Projekte auf dem Weg bringen. Dazu gehören unter anderem die Generalsanierung des Schlosses, die Sicherung der Parklandschaft vor den Auswirkungen des Klimawandels und Restaurierung und Umbau des Marstalls zu einem Ausstellungshaus nach internationalen Standards.
Brandenburgs Kulturministerin und Vorsitzende des Stiftungsrates Branitz, Manja Schüle, sagte, Branitz sei ein kultureller Leuchtturm im Süden des Landes und stehe für regionale Identität. «Unser langfristiges Ziel: Branitz soll Weltkulturerbe werden», betonte Schüle. Das gehe nur gemeinsam mit Polen und Sachsen. Der deutsch-polnische Pückler-Park in Bad Muskau (Sachsen) ist bereits Weltkulturerbe. Das könnte auf Branitz erweitert werden, erläuterte ein Sprecher des Ministeriums.
Für zahlreiche Einwohner von Frankfurt (Oder) geht ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. Das alte Kino in der Innenstadt wird wieder nutzbar gemacht. 11,5 Millionen Euro gehen an die Brandenburgische Kulturstiftung Cottbus-Frankfurt (Oder), um das ehemalige «Lichtspieltheater der Jugend» zum Frankfurter Standort des Brandenburgischen Landesmuseums für moderne Kunst auszubauen. Baustart soll ab 2022 sein. Nach starken Kriegszerstörungen war das Kino 1954 wieder aufgebaut worden. Später wurde das Filmtheater auch für Konzerte, Kulturveranstaltungen und Jugendweihen genutzt. Im Jahr 1998 wurde es geschlossen, 2019 übernahm die Stadt das Gebäude.
Die Musikkultur Rheinsberg gGmbH erhält 3,75 Millionen Euro vom Bund, um das Kavaliershaus-Ensemble des Schlosses zu sanieren. Das Land stellt nach eigenen Angaben ebenfalls 3,75 Millionen Euro bereit. Im Ensemble werden die Gäste der Kammeroper sowie die Teilnehmer von Fortbildungen der Musikakademie untergebracht. Der Gebäudetrakt wurde letztmalig Anfang der 1990er Jahre saniert.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 26. November 2020 17:46 Uhr

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