Hilfen für bisher rund 1000 Psychiatrie-Opfer in Brandenburg

Hilfen für bisher rund 1000 Psychiatrie-Opfer in Brandenburg

Bisher haben in Brandenburg 1030 Opfer von Leid und Unrecht in Heimen und psychiatrischen Kliniken rund 10,7 Millionen Euro Hilfen erhalten. Das teilte die Aufarbeitungsbeauftragte Maria Nooke am Montag in Potsdam mit. Bisher hätten sich 2043 Menschen an ihre Stelle gewandt, mit 1300 Menschen seien Beratungsgespräche geführt worden. Die Frist zum Antrag für Hilfen wurde nach Angaben des Sozialministeriums um ein halbes Jahr verlängert: Anmeldungen sind bei der Stiftung Anerkennung und Hilfe bis zum 30. Juni 2021 möglich.

Die Unterstützung geht an Menschen, die als Kinder und Jugendliche zu bestimmten Zeiten in stationären Einrichtungen der Psychiatrie und der Behindertenhilfe Leid und Unrecht erfuhren: für die Zeit vom 7. Oktober 1949 bis 2. Oktober 1990 in der DDR, vom 23. Mai 1949 bis 31. Dezember 1975 in der Bundesrepublik Deutschland. Bund, Länder, Evangelische und Katholische Kirche, die die Stiftung errichtet hatten, haben sich auf die Verlängerung für die Hilfen verständigt.
Wer von Leid und Unrecht betroffen war und das glaubhaft machen kann, erhält eine einmalige Pauschale von 9000 Euro. Wenn ein Kind zwischen 14 und 18 Jahren in der Psychiatrie oder einer Behinderteneinrichtung gearbeitet hat, können einmalig bis zu 5000 Euro gezahlt werden, falls die Tätigkeit nicht bei der Rente berücksichtigt wird. Hilfen können in Brandenburg bei der Anlauf- und Beratungsstelle in Potsdam unter der Telefonnummer +49 331 23729260 beantragt werden.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 9. November 2020 14:14 Uhr

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