Geoforschungszentrum: Hüttl lässt Amt wegen Vorwürfen ruhen

Geoforschungszentrum: Hüttl lässt Amt wegen Vorwürfen ruhen

Nach Vorwürfen über Unregelmäßigkeiten im Umgang mit Finanzmitteln lässt Reinhard Hüttl sein Amt als Wissenschaftlicher Vorstand des Potsdamer Geoforschungszentrums (GFZ) vorerst ruhen. Der Schritt geschehe auf Wunsch Hüttls, teilte das GFZ am Freitag mit. Dem Wissenschaftler werden demnach von einem anonymen Hinweisgeber «Compliance-Verstöße» wegen des Umgangs mit Finanzmitteln vorgeworfen. Das Kuratorium des Zentrums habe daher beschlossen, ihn bis zur Aufklärung der Vorwürfe von seinem Amt zu entbinden, hieß es.

Der Leiter des Geoforschungszentrums (GFZ), Reinhard Hüttl

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Der Leiter des Geoforschungszentrums (GFZ), Reinhard Hüttl.

Das GFZ werde die Staatsanwaltschaft über die Vorgänge informieren. «Wir haben eine Anwaltskanzlei damit beauftragt», sagte Pressesprecher Josef Zens der Deutschen Presse-Agentur. Zum Sachverhalt werde sich das GFZ nicht weiter äußern, sondern das Ergebnis der Ermittlungen abwarten.
Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Neuruppin, Frank Winter, sagte am Freitag auf Anfrage, vom Anwalt, der das Zentrum vertritt, sei fernmündlich für die kommende Woche die Erstattung einer Strafanzeige angekündigt worden. Dies muss das GFZ machen, damit die Neutralität des Verfahrens gewahrt bleibt.
Der Administrative Vorstand des GFZ, Stefan Schwartze, erklärte, er begrüße die Entscheidung Hüttls. Der Forscher sei persönlich an der schnellen und rückhaltlosen Aufklärung interessiert und von den Vorwürfen sehr betroffen. Dem ganzen GFZ sei an der restlosen Aufklärung aller Vorwürfe gelegen, betonte Schwartze. «Unsere Integrität darf nicht in Frage stehen».
Das Deutsche GeoForschungsZentrum GFZ ist Deutschlands nationales Zentrum für die Erforschung der Erde. Es hat zur Aufgabe, das Wissen über die Dynamik der Erde zu vertiefen und Lösungen für große Herausforderungen der Gesellschaft zu entwickeln. Für die Umsetzung hat das Zentrum ein umfassendes Know-how unter anderem in Geodäsie, Geophysik, Geologie, Mineralogie, Geowissenschaften und Ingenieurwesen entwickelt.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 23. Oktober 2020 15:00 Uhr

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