Nur wenige Selbstanzeigen von Steuersündern in Brandenburg

Nur wenige Selbstanzeigen von Steuersündern in Brandenburg

In Brandenburg zeigen sich nur noch wenige Steuersünder selbst an. Im vergangenen Jahr seien es vier Selbstanzeigen gewesen, im Jahr davor fünf, teilte das Finanzministerium in Potsdam auf Anfrage mit. «Damit setzte sich der Trend fort, dass seit Inkrafttreten der verschärften Regelungen zur strafbefreienden Selbstanzeige sich immer weniger Bürgerinnen und Bürger wegen Steuerhinterziehung in Zusammenhang mit Kapitalanlagen im Ausland selbst anzeigen», erklärte ein Sprecher. Für das erste Halbjahr 2020 lägen noch keine belastbaren Zahlen vor.

Für geständige Steuerbetrüger ist es seit dem Jahr 2015 deutlich teurer, mit einer Selbstanzeige straffrei davonzukommen. Bevor die neuen Regeln galten, hatten viele Steuerbetrüger ihr Schwarzgeld im Ausland noch schnell offengelegt, um straffrei davonzukommen. In Brandenburg zeigten sich im Jahr 2014 - vor der Änderung - 258 Steuersünder selbst an, im Jahr 2015 waren es noch 110 und im Jahr 2016 noch 23 Steuerhinterzieher, berichtete das Finanzministerium. Nur noch drei neue Selbstanzeigen gingen im Jahr 2017 ein.
Die geständigen Steuerhinterzieher haben die Landeskasse bereichert: Von 2010 bis einschließlich 2019 nahm Brandenburg über die Selbstanzeigen zu Kapitalanlagen im Ausland nach Angaben des Finanzressorts rund 23,7 Millionen Euro ein. Die Verfahren laufen laut Ministerium oft über mehrere Jahre. So kommt es, dass die Summe der kassenwirksamen Einnahmen seit 2015 um mehrere Millionen Euro wuchs, auch wenn sich seitdem sehr viel weniger Steuersünder anzeigten.
Landschaft in der Prignitz
© Antje Kraschinski/Berlinonline

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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Samstag, 18. Juli 2020 09:28 Uhr

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