Karstadt-Kaufhof: Verdi will Verhandlungen mit Vermietern

Karstadt-Kaufhof: Verdi will Verhandlungen mit Vermietern

Angesichts der angekündigten Schließung mehrerer Karstadt-Kaufhof-Warenhäuser in Berlin und Brandenburg hat Verdi die Vermieter zu Zugeständnissen aufgerufen. «Sie können stur bleiben - dann haben sie bald gar keine Mieter mehr - oder sie lassen sich auf faire Mietverträge ein», sagte die Berliner Handelsexpertin der Gewerkschaft, Erika Ritter, am Montag. Der Senat habe in einem Gespräch mit Beschäftigtenvertretern am Montag seine Unterstützung im Kampf um die Arbeitsplätze zugesagt.

Galeria Kaufhof

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Fahrzeuge fahren an der Galeria-Kaufhof-Filiale am Ringcenter an der Frankfurter Allee vorbei.

Auch Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sieht die Mietkonditionen als Schlüssel. Dem RBB sagte er, er hoffe, dass man mit den Vermietern reden könne. Darüber hinaus sei er mit dem Bundesarbeitsministerium und dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU) über eine länderübergreifende Auffanggesellschaft im Gespräch.
In Berlin sollen sechs von elf Karstadt-Kaufhof-Filialen geschlossen werden, außerdem das Potsdamer Kaufhaus. 1000 von 2100 Beschäftigten in Berlin und 210 von 400 in Brandenburg wären davon betroffen.
Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur stehen außerdem die Karstadt-Sports-Filialen in Berlin-Charlottenburg und im brandenburgischen Wildau auf der Schließliste. Am Neu- beziehungsweise Umbau der Häuser am Hermannplatz und am Kurfürstendamm wollen die Eigentümer nach Informationen des RBB aber festhalten.
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Verdi kritisierte, die heutigen Probleme beruhten auch auf Fehlentscheidungen der früheren Arcandor AG unter Konzernchef Thomas Middelhof. Um die Bilanz kurzfristig zu verbessern, habe er Karstadt-Standorte vor Jahren verkauft und sie zu überzogenen Konditionen gemietet. «Daran krankt das Unternehmen heute noch», sagte Ritter. Neben günstigeren Mieten hält sie große Investitionen in die Standorte für notwendig.
Der Shopping-Center-Betreiber ECE hatte am Sonntag betont, dem Management schon sehr weitreichende Lösungsangebote gemacht zu haben. Solange nichts endgültig entschieden sei, wolle man versuchen, weiter mit Galeria Karstadt Kaufhof zu verhandeln und für die Standorte zu kämpfen. ECE gehören die Standorte der Warenhaus-Filialen im Linden-Center in Hohenschönhausen und im Ring-Center an der Frankfurter Allee.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 22. Juni 2020 18:02 Uhr

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