Verdacht der Kinderpornografie: Durchsuchung in Finowfurt

Verdacht der Kinderpornografie: Durchsuchung in Finowfurt

Nach Ermittlungen zu schwerem sexuellem Missbrauch von Kindern hat die Polizei in mehreren Bundesländern am Freitag Tatverdächtige festgenommen, darunter in Brandenburg. Nach Angaben der Polizei Münster, die die Ermittlungen leitet, wurden Objekte auch in Niedersachsen und Hessen durchsucht. Über die Hintergründe und Zusammenhänge wollen Staatsanwaltschaft und Polizei Münster am Samstag im Rahmen einer Pressekonferenz informieren. Weitere Details wollte eine Polizeisprecherin wegen der laufenden Ermittlungen am Freitagmittag noch nicht nennen. Ausgangspunkt sind Ermittlungsverfahren gegen Tatverdächtige in Nordrhein-Westfalen.

Blaulicht

© dpa

Ein Blaulicht leuchtet auf dem Dach eines Polizeiwagens.

Die Polizei in Frankfurt (Oder) hatte am Morgen Durchsuchungen im brandenburgischen Finowfurt in einem Wohnhaus und einem Kleingarten bestätigt. Bei dem Einsatz sei es um Kinderpornografie gegangen, teilte eine Sprecherin der Polizei mit. Die Aktion sei von Beamten aus Nordrhein-Westfalen geplant und durchgeführt worden. Die Brandenburger Kollegen hätten lediglich Unterstützung geleistet. Ein Mann wurde nach Angaben der Polizei festgenommen.
Nordrhein-Westfalen ist seit Anfang 2019 mit mehreren Fällen mit schwerem sexuellem Missbrauch von Kindern in die Schlagzeilen geraten. Zuerst war der Fall Lügde bekannt geworden. Auf einem Campingplatz im Kreis Lippe waren Kinder hundertfach von mehreren Männern über Jahre schwer sexuell missbraucht worden. Das Landgericht Detmold schickte die Täter im Herbst 2019 ins Gefängnis.
Landschaft in der Prignitz
© Antje Kraschinski/Berlinonline

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Ermittlungen zu einem bundesweiten Kinderpornografie-Tauschring hatten im Oktober 2019 in Bergisch Gladbach bei Köln begonnen und erstrecken sich mittlerweile auf sämtliche Bundesländer. Allein in NRW wird gegen über 20 Verdächtige ermittelt. Ende April hatte ein erster Prozess in Mönchengladbach gegen zwei 39 Jahre alte Männer begonnen.
Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) hatte nach dem Fall Lügde das Thema Kindesmissbrauch zur Chefsache erklärt. Er stattete die Behörden landesweit mit mehr Personal aus und professionalisierte die technische Ausstattung für die Auswertung von Fotos und Videos mit kinderpornografischem Material. Die Zahl der Strafanzeigen bei Kinderpornografie stieg bis November 2019 um 63 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, bei Kindesmissbrauch um 18 Prozent.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 5. Juni 2020 16:14 Uhr

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