Mehr Überprüfungen möglicher Kindeswohlgefährdung

Mehr Überprüfungen möglicher Kindeswohlgefährdung

Jugendämter in Brandenburg haben 2019 bei deutlich mehr Kindern und Jugendlichen eine Kindeswohlgefährdung geprüft als noch im Jahr davor. Insgesamt gab es rund 6900 Verfahren, 14 Prozent mehr als 2018. In gut jedem dritten Fall lag eine sogenannte akute oder latente Gefährdung vor, wie aus Zahlen des Amts für Statistik Berlin-Brandenburg vom Dienstag hervorgeht.

1373 Kinder und Jugendliche waren den Angaben nach akut gefährdet, das heißt, ihr «körperliches, geistiges oder seelisches Wohl» war bereits erheblich geschädigt oder dies war zu erwarten. In 1100 Fällen gab es nach Einschätzung der Jugendämter eine latente Gefährdung, das heißt, die tatsächliche Kindeswohlgefährdung konnte nicht ausgeschlossen werden. 369 Brandenburger Kinder oder Jugendliche wurden den Zahlen nach in Obhut genommen. Bei rund der Hälfte der knapp 4400 Fälle ohne festgestellte Gefährdung sollte die Familie als Ergebnis der Prüfung in der Erziehung unterstützt werden.
Landschaft in der Prignitz
© Antje Kraschinski/Berlinonline

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Bei den Kindeswohlgefährdungen ging es in gut 70 Prozent der Fälle um Vernachlässigung, bei rund jedem vierten Fall um körperliche und bei jedem sechsten Fall um psychische Misshandlungen. 132 Kindern und Jugendliche waren sexueller Gewalt ausgesetzt.
In 17 Prozent der knapp 7000 Prüffälle wurde das Jugendamt von Polizei, Gericht oder Staatsanwaltschaft informiert, 16 Prozent waren anonyme Hinweise. Kitas und Schulen meldeten die vermutete Gefährdung in 13 Prozent der Fälle, fast genau so oft waren es Nachbarn, Verwandte oder Bekannte.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 26. Mai 2020 13:53 Uhr

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