Brandenburg setzt bald auch die Maske auf

Brandenburg setzt bald auch die Maske auf

Nach Berlin führt auch Brandenburg ab Montag die Maskenpflicht in Bussen und Bahnen ein - vor allem wegen des gemeinsamen Verkehrsverbunds. In Brandenburg sollen die Mund-Nase-Schutzmasken aber darüber hinaus auch für den Einzelhandel gelten. Das will das Kabinett am Freitag beschließen, wie Regierungssprecher Florian Engels am Mittwoch ankündigte. Zunächst war der Donnerstag im Gespräch. Ab 4. Mai sollen in Brandenburg alle Religionsgemeinschaften auch wieder Gottesdienste feiern können.

Coronavirus - Atemschutzmaske

© dpa

Aufnahme einer Atemschutzmaske vom Typ FFP3.

Wegen des gemeinsamen Verkehrsverbunds solle auch in Brandenburg vom kommenden Montag an eine Maskenpflicht in S-Bahnen, Bussen und Straßenbahnen gelten, kündigte Innenminister Michael Stübgen (CDU) im Innenausschuss des Landtags an. Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) sagte im Gesundheitsausschuss, dass sich das Land im gemeinsamen Verkehrsverbund mit Berlin «in Zugzwang» sehe. Sie betonte, Bund und Länder hätten vor einer Woche keine Pflicht vereinbart.
In Berlin ist ab kommendem Montag das Tragen eines Mund-Nasen- Schutzes in Bussen, S- und U-Bahnen Pflicht - nicht aber im Einzelhandel. In der Landeshauptstadt Potsdam gilt ab nächstem Montag die Pflicht für Alltagsmasken in Bussen und Bahnen - auch wegen der vielen Pendler - sowie auch in Läden. Eine Maskenpflicht kommt in allen Bundesländern, die Regelungen sind aber unterschiedlich.
Die Brandenburger Landesregierung empfahl bisher nur das Tragen von Masken im Einzelhandel und im öffentlichen Nahverkehr. Noch am Dienstagmorgen betonte Nonnemacher im ZDF, eine Maskenpflicht sei in Brandenburg nicht geplant, und warnte davor, durch die vermeintliche Sicherheit einer Maske die Abstandsgebote zu vernachlässigen. Am Mittwoch verwies sie auf die Bund-Länder-Vereinbarung von vor einer Woche, die keine Maskenpflicht beinhaltet habe. Linke-Landeschefin Anja Mayer forderte Ausgabestellen für gespendete Mund-Nasen-Masken.
KLEINE LÄDEN WIEDER OFFEN
Fünf Wochen nach der Schließung wegen der Corona-Pandemie haben Läden mit bis zu 800 Quadratmetern Verkaufsfläche in Brandenburg am Mittwoch wieder ihre Türen geöffnet. An vielen Geschäften in Potsdam und anderen Städten klebten an den Scheiben Hinweise zu Abstands- und Hygieneregeln. Einige Betreiber forderten Kunden dazu auf, die Räume nur mit Masken zu betreten. Zum Schutz der Mitarbeiter gab es in einigen Geschäften Spuckschutzwände und Abstandsmarkierungen vor den Kassen. Viele Kunden kamen nur mit Einkaufskorb in die Läden, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig in den Geschäften sind. Ein großes Kaufhaus in Potsdam reduzierte seine Verkaufsfläche auf 800 Quadratmeter, um wieder öffnen zu dürfen.
In den Läden in der Innenstadt von Frankfurt (Oder) war mehr los als sonst. Besonders kleinere Geschäfte in den großen Einkaufszentren wurden gut besucht. In einigen Läden trugen Verkäufer Mundschutz. Manche Läden boten mit der Lockerung der Beschränkungen auch Rabatte an. Auch in den Einkaufspassagen am Altmarkt in Cottbus war es voller als sonst. Mit dem Spruch «Cottbus hält Abstand» wurde auf die Regeln hingewiesen. Nur sehr wenige Menschen in den Innenstädten trugen am Mittwoch Masken.
Der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Potsdam, Mario Tobias, sprach von einem ersten Silberstreif am Horizont. Die IHK forderte aber eine Lockerung der Sonn- und Feiertagsregelung bis Ende 2021, um die Umsatzeinbußen einzuholen. Die Gewerkschaft Verdi warnte vor den Risiken für Kunden und Mitarbeiter. Die Arbeitgeber müssten dafür sorgen, dass die Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden, sagte eine Sprecherin.
EINIGE MUSEEN BEREITEN SICH ERST VOR
In Brandenburg können seit Mittwoch auch Museen und Ausstellungshäuser unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln wieder öffnen. Die Auflagen sind aber für einige Museen so schnell nicht umsetzbar.
Brandenburgs Landkreistagspräsident Blasig hält wenig von noch weitergehenden Lockerungen. «Ich mache mir große Sorgen, dass wir schon im ersten Schritt etwas viel draufpacken», sagte der Landrat von Potsdam-Mittelmark der Deutschen Presse-Agentur.
Landschaft in der Prignitz
© Antje Kraschinski/Berlinonline

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ÜBER 100 CORONA-TOTE
Inzwischen sind in Brandenburg 104 Todesfälle im Zusammenhang mit einer Infektion offiziell registriert. Das Gesundheitsministerium berichtete insgesamt von 2503 Sars-CoV-2-Infizierten. Die Zahl stieg seit dem Vortag um 46 Fälle. Potsdam liege bei den Infizierten pro 100 000 Einwohner mit 300 deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 177. Als genesen gelten inzwischen rund 1490 Menschen, 110 mehr als am Vortag.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 22. April 2020 17:31 Uhr

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