Gedenkstätten erinnern digital an 75 Jahre KZ-Befreiung

Gedenkstätten erinnern digital an 75 Jahre KZ-Befreiung

Die Gedenkstättenstiftung erinnert wegen der Corona-Pandemie dieses Jahr im Internet an die Befreiung der NS-Konzentrationslager in Brandenburg. Ursprünglich war geplant, dass rund 60 Überlebende zu den Veranstaltungen anreisen. Stattdessen werden ihre Eindrücke und Schilderungen am Sonntag bei einem «Virtuellen 75. Jahrestag» auf den Social-Media-Kanälen der Stiftung sowie unter «stiftung-bg.de» zu sehen sein.

Wachturm auf Gelände der KZ-Gedenkstätte Ravensbrück

© dpa

Wachturm auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers in der KZ-Gedenkstätte Ravensbrück.

«Es sind diese persönlichen Erfahrungen, die uns das menschenverachtende System der nationalsozialistischen Machthaber besonders eindrucksvoll vor Augen führen», sagte Stiftungsdirektor Axel Drecoll laut Mitteilung. «Sie helfen uns dabei, unsere Zukunft auf den Fundamenten von Solidarität, der Achtung von Vielfalt und dem Respekt gegenüber jedem Mitmenschen zu gestalten.» Drecoll hofft, die ursprünglich geplanten Veranstaltungen mit den Überlebenden im April 2021 nachholen zu können.
Schon seit Montag verbreitet die Stiftung auf Twitter, Instagram und Facebook Fotos und kurze Texte, die an die Opfer der Konzentrationslager erinnern sollen. Auch Clips über künstlerische und pädagogische Projekte, die Bestandteile der ursprünglich geplanten Veranstaltungsprogramme waren, sind dort zu sehen.
Bei Gedenkveranstaltungen im kleinen Rahmen am Donnerstag an den Erinnerungsstätten in Ravensbrück und Sachsenhausen wurden zudem Videobotschaften von Politikern sowie musikalische Beiträge aufgezeichnet, die auf der Internetseite gezeigt werden sollen. Unter anderem betete die Kantorin Mimi Sheffer den Kaddisch - eines der wichtigsten Gebete im Judentum.
Landschaft in der Prignitz
© Antje Kraschinski/Berlinonline

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Der rbb überträgt am Sonntag um 10.15 Uhr außerdem einen christlich-jüdischen Gedenkgottesdienst zur Erinnerung an die Befreiung der Konzentrationslager aus der Gedenkkirche Maria Regina Martyrum in Berlin-Charlottenburg. Im Anschluss wird die Sendung «Gedenken in Sachsenhausen und Ravensbrück» ausgestrahlt.
Im KZ Sachsenhausen befreiten sowjetische und polnische Soldaten am 22. und 23. April 1945 rund 3000 von der SS zurück gelassene Häftlinge. Im KZ Ravensbrück wurden am 30. April 1945 rund 2000 Häftlinge von der Roten Armee befreit, im Zuchthaus Brandenburg-Görden am 27. April 1945 mehr als 3000 Gefangene. Zehntausende waren zuvor auf Todesmärsche geschickt worden.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 17. April 2020 14:14 Uhr

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