Quarantäne-Pflicht für Einreisende nach Brandenburg

Quarantäne-Pflicht für Einreisende nach Brandenburg

Wer aus dem Ausland nach Brandenburg einreist, muss als Schutz vor dem Coronavirus künftig zwei Wochen in häusliche Quarantäne. Das Kabinett beschloss am Donnerstag eine Verordnung auf Grundlage einer Vereinbarung von Bund und Ländern, wie das Gesundheitsministerium in Potsdam mitteilte. Sie tritt an diesem Freitag in Kraft und gilt vorerst bis zum 19. April. Die Quarantäne gelte für Reisen von mehr als 48 Stunden und auch, wenn man erst in ein anderes Bundesland eingereist ist. Sie kann auch in einer anderen Unterkunft als zuhause verbracht werden Besuch von denen, die nicht zum Hausstand gehören, ist dann verboten. Bei Verstößen drohen Strafen von 150 bis zu 15 000 Euro.

Michael Stübgen sitzt bei einer Pressekonferenz

© dpa

Michael Stübgen (CDU), Innenminister von Brandenburg, sitzt bei einer Pressekonferenz.

AUSNAHMEN FÜR BERUFSPENDLER AUS POLEN
Europaministerin Katrin Lange (SPD) sagte, es gebe großzügige Ausnahmen zum Beispiel für Berufspendler aus Polen. Generell gelten Ausnahmen für Berufspendler, die im Gesundheitswesen, in der Pflege, bei der Polizei, im Rechtswesen und bei staatlichen Behörden arbeiten. Wer Personen und Waren über die Grenze transportiert, fällt auch nicht unter die Quarantäne. Diejenigen, die regelmäßig ein- und auspendeln, die weniger als 48 Stunden im Ausland waren, die wegen geteilten Sorgerechts oder einer dringenden medizinischen Behandlung gereist sind oder den anderswo lebenden Lebenspartner besucht haben, müssen ebenfalls nicht in häusliche Quarantäne.
DREI INFEKTIONS-SCHWERPUNKTE
Die Ausbreitung des Coronavirus hat in Brandenburg nach Angaben der Landesregierung drei Schwerpunkte - in Potsdam, Bernau und Werder/Havel. Der Leiter des Krisenstabs, Michael Ranft, sprach von einem hochkomplexen Geschehen rund um das Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam. Dort hatten sich Infektionsfälle gehäuft, bisher starben 24 Corona-Patienten. Im Kreis Barnim gebe es einen kleinen Schwerpunkt um die Brandenburgklinik in Bernau und im Kreis Potsdam-Mittelmark um eine Pflegeeinrichtung, sagte er im Landtags-Innenausschuss. Dabei handelt es sich um ein Seniorenheim in Werder/Havel.
MEHR INFIZIERTE UND TOTE
Die gemeldete Zahl der Menschen in Brandenburg, die mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert sind, stieg nach Angaben des Gesundheitsministeriums auf 1782, die der Todesfälle auf 48. Die meisten Infizierten sind mit 377 in der Landeshauptstadt Potsdam registriert, auch die meisten Todesfälle mit 19. Gesundheitsstaatssekretär Ranft sagte, die Gesundheitsämter hätten zuletzt 320 genesene Menschen gemeldet. Das Robert Koch-Institut gebe dagegen 935 Genesene an.
OSTER-APPELL DES REGIERUNGSCHEFS
Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) dankte den Bürgern vor Ostern für ihre Mithilfe im Kampf gegen das Coronavirus und bat sie, durchzuhalten. «Sie nehmen die dringend notwendigen Kontaktbeschränkungen sehr ernst», sagte er im rbb-Fernsehen. Auch deshalb sei es gelungen, die Ausbreitung des Virus etwas zu verlangsamen. Aber: «Über den Berg sind wir noch lange nicht.» Er bat, Abstand von mindestens 1,50 Meter zu halten. «Das rettet Leben.» So könnten Zustände wie in Italien, Spanien oder den USA verhindert werden.
KRANKENHÄUSER BEKOMMEN FINANZHILFE
Erstmals haben 53 Brandenburger Krankenhäuser Geld aus dem Corona-Rettungsschirm der Bundesregierung bekommen. Das Landesamt für Soziales und Versorgung habe als Ausgleich für verschobene Operationen und für die Bereitstellung von Betten 24,2 Millionen Euro an die Kliniken ausgezahlt, berichtete das Gesundheitsministerium. Die Kliniken können bis September wöchentlich ihren Bedarf anmelden. «Wir brauchen jetzt starke Krankenhäuser», sagte Ministerin Ursula Nonnemacher (Grüne).
Landschaft in der Prignitz
© Antje Kraschinski/Berlinonline

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ERNTEHELFER SIND GELANDET
Nach Sorgen um fehlende Saisonarbeiter sind die ersten Erntehelfer aus Rumänien am Flughafen Schönefeld gelandet. Insgesamt wurden drei Flugzeuge mit 530 Arbeitern erwartet, wie eine Flughafensprecherin sagte. Ob ein Teil der Saisonarbeiter Verträge mit Landwirten in Brandenburg hat, war zunächst unklar. Die Spargelbauern in Brandenburg hoffen nach Angaben des Spargelvereins Beelitz vor allem auf Erntehelfer aus Polen. Sie sollen nach den Osterfeiertagen auf dem Landweg nach Brandenburg kommen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 9. April 2020 19:12 Uhr

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