Krisenstabschef: Gutes Wetter als Test für Corona-Maßnahmen

Krisenstabschef: Gutes Wetter als Test für Corona-Maßnahmen

Der Leiter des Brandenburger Corona-Krisenstabs, Michael Ranft, gibt trotz einer gebremsten Zunahme der Infektionsfälle keine Entwarnung. Das wärmere Wetter der kommenden Tage sieht er als Nagelprobe. «Das Entscheidende ist, glaube ich: Wie vernünftig verhalten sich die Menschen auch bei schönem und gutem Wetter?», sagte der Gesundheitsstaatssekretär der Deutschen Presse-Agentur in Potsdam. Die Verdopplungszeit der Infektionen habe sich zwar von drei Tagen bis jetzt auf rund sechs Tage in Brandenburg verlängert - dieser Effekt zeige eine deutliche Verlangsamung des Anstiegs. «Aber das ist zu wenig», sagte Ranft.

Coronavirus - Krisenstabschef Michael Ranft

© dpa

Michael Ranft, Staatssekretär für Soziales, Gesunheit und Integration.

Die Brandenburger dürfen seit 23. März nur allein, mit Angehörigen aus dem eigenen Haushalt oder einer Person außerhalb des Haushalts bei 1,5 Meter Abstand draußen unterwegs sein. Das Betreten öffentlicher Straßen und Plätze ist nur in Ausnahmefällen erlaubt - zum Arbeiten, Einkaufen oder für Arztbesuche. Wer die Regeln nicht einhält, dem drohen Bußgelder von bis zu 25 000 Euro. Das Kabinett unter Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat die Ausgangsbeschränkungen bis zum Ende der Osterferien am 19. April verlängert. Darauf hatten sich auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Länder verständigt. Der Staatssekretär sprach sich für ein abgestimmtes Verhalten vor allem mit Berlin aus.
Landschaft in der Prignitz
© Antje Kraschinski/Berlinonline

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Der Krisenstabschef warnte vor deutlich mehr Krankheitsfällen von Covid-19, wenn die Beschränkungen nicht eingehalten würden. «Man muss sich nichtsdestotrotz darauf vorbereiten, dass wir auch einen nennenswerten Anstieg an Erkrankungen haben, sofern sich das Verhalten der Bevölkerung nicht nachhaltig im Lichte der Verabredungen ändert», sagte Ranft. «In bestimmten städtischen Ballungsräumen könnte man noch mehr tun.» Die Bürgerinnen und Bürger sollten Kontakte weiter auf das Minimum reduzieren. «Je besser und erfolgreicher wir gemeinsam in der Region sind und über die Region hinaus, desto eher kann man auch den «Shutdown» kontrolliert wieder hochfahren.» Er persönlich glaube, es sei momentan noch zu früh.
Am 28. Februar hatte der Einsatzstab im Gesundheitsministerium seine Arbeit begonnen, seit Mitte März arbeitet der neue Krisenstab der Landesregierung. Er fasst Daten zusammen, koordiniert innerhalb der Regierung und mit den Kreisen und kreisfreien Städten und zieht daraus Schlüsse wie die Ausgangsbeschränkungen. Die Beschaffung von persönlicher Schutzausrüstung wie Masken, Kittel und Handschuhe hatte Ranft in den «Potsdamer Neuesten Nachrichten» Ende März als das größte Problem vor Ort genannt.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Samstag, 4. April 2020 10:08 Uhr

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