Woidke holte sich nach Grenzöffnung erstmal ein «Westbier»

Woidke holte sich nach Grenzöffnung erstmal ein «Westbier»

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat in der Nacht, in der die Mauer fiel, seinen ersten Abstecher in den Westen gemacht und sich dort an einer Tankstelle ein «Westbier» gekauft. Das habe aber nicht besser geschmeckt als im Osten, schrieb der 58-Jährige in einem Beitrag für die «Märkische Allgemeine» (Freitag).

Dietmar Woidke

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Dietmar Woidke.

Woidke war demnach am 9. November 1989 an dem Ort, «wo sich die Weltgeschichte in dieser Nacht abspielte»: am Grenzübergang Bornholmer Straße. «Niemand wusste, was geschehen würde, ob jemand schießen würde.» Einige der vielen Tausend Menschen hätten Badelatschen und Bademantel getragen. «Denn es hieß: Die Mauer geht auf. Für einen kurzen Moment. Also musste man schnell sein», schrieb der gebürtige Lausitzer.
Dem Grenzbeamten habe er gesagt, er wolle «nur mal kurz rüber» und dann wieder zurück. Dieser habe ihn angebrüllt: «Das ist mir alles scheißegal!» Im Todesstreifen sei alles hell erleuchtet gewesen. «Und drüben im Westen, im Wedding angekommen: Alles dunkel. Nichts. Nur ein Tankstellenschild in der Ferne.» Danach sei es über die Bornholmer Straße wieder zurück nach Ost-Berlin gegangen. Als die Mauer fiel, war Woidke Promotionsstudent an der Humboldt-Universität.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 7. November 2019 19:23 Uhr

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