Häftling an Tuberkulose erkrankt

Häftling an Tuberkulose erkrankt

Nach einer Tuberkulose-Erkrankung (TB) bei einem Häftling im Berliner Gefängnis Heidering läuft die Suche nach der Ansteckungsquelle.

JVA Heidering

© dpa

Der Doppel-Metallzaun in Großbeeren in der Justizvollzugsanstalt Heidering.

Wo sich der Mann infizierte, sei unklar, sagte Sebastian Brux, Sprecher der Senatsverwaltung für Justiz, am Dienstag auf Anfrage. «Wir gehen davon aus, dass er die Erkrankung mitgebracht hat und das bei der Aufnahmeuntersuchung nicht erkannt wurde.»
Zuletzt habe es keine anderen TB-Fälle in der Einrichtung in Großbeeren (Teltow-Fläming) gegeben. Es gebe keinen Verdacht, dass sich jemand bei dem Erkrankten angesteckt haben könnte. Inhaftierte und JVA-Mitarbeiter hätten die Möglichkeit, sich untersuchen zu lassen, so Brux. Zuvor hatte die «B.Z.» über den Fall berichtet.
Der Häftling kam laut Angaben am 10. September in ein Krankenhaus, Ärzte diagnostizierten eine offene Lungentuberkulose. Der Patient befindet sich weiter auf einer Isolierstation. «Jedes Jahr werden Fälle von Tuberkulose im JVA-Krankenhaus behandelt», sagte Brux. Dass die Fallzahl außerhalb der Gefängnisse zunehme, spiegele sich auch in den Gefängnissen wider. Genaue Zahlen über Erkrankungen Inhaftierter lagen nicht vor. Im Land Berlin sind laut Robert Koch-Institut (RKI) in diesem Jahr bislang insgesamt 250 TB-Fälle gemeldet worden.
Die Krankheit, die früher Schwindsucht genannt wurde, wird durch Bakterien hervorgerufen und geht oft mit hartnäckigem Husten einher. Die Behandlung kann langwierig sein. Anstecken kann man sich über Tröpfchen in der Luft, die von Erkrankten insbesondere beim Husten und Niesen freigesetzt werden. Ein längerer und enger Kontakt ist dafür laut RKI oft Voraussetzung. Gefängnisinsassen gelten als Gruppe mit erhöhtem Ansteckungsrisiko. Vor der Aufnahme in eine JVA gibt es in Berlin eine routinemäßige Röntgenuntersuchung.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 24. September 2019 13:57 Uhr

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