Vorstandswahl der CDU-Fraktion: Bommert tritt an

Vorstandswahl der CDU-Fraktion: Bommert tritt an

Bei der Brandenburger CDU wird der Machtkampf nach der verlorenen Landtagswahl auf offener Bühne ausgetragen - die nächste bietet sich in der Landtagsfraktion. Bei der Vorstandswahl will ein Gegner von Fraktionschef Senftleben zur Kampfkandidatur antreten.

CDU-Politiker Jan Redmann

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CDU-Politiker Jan Redmann. Foto: Christophe Gateau/Archivbild

Potsdam (dpa/bb) - Nach der Niederlage bei der Brandenburger Landtagswahl soll der Vorstand der CDU-Fraktion am kommenden Dienstag neu gewählt werden. Das bestätigte Fraktionssprecher Martin Burmeister am Mittwoch. Dabei werden Alternativen zum amtierenden Fraktionsvorsitzenden Ingo Senftleben geprüft. «Es gibt im Vorfeld der Wahlen nächste Woche derzeit zahlreiche Gespräche in der Fraktion. Diesen greife ich nicht vor», sagte der Parlamentarische Geschäftsführer, Jan Redmann, am Mittwoch auf die Frage, ob er selbst für den Vorsitz kandidieren wolle. «Ziel ist es, gestärkt die Sondierungen führen zu können.» Die SPD hat die CDU für Donnerstag zum Auftakt ihrer Sondierungsgespräche eingeladen.
Am Dienstag hatten bereits sechs der 15 CDU-Landtagsabgeordneten versucht, eine Neuwahl des Fraktionsvorstands durchzusetzen. Dabei wollte der CDU-Abgeordnete Frank Bommert kandidieren, der Landeschef Senftleben wegen der Wahlniederlage mit dem historisch schlechten Wahlergebnis von 15,6 Prozent mehrfach zum Rücktritt aufgefordert hatte. Die Mehrheit der übrigen neun Abgeordneten lehnte eine Neuwahl ab. Redmann hatte erklärt, dass die Vorstandswahl erst nach Abschluss der Sondierungsgespräche stattfinden solle. Dies wird nun vorgezogen.
Bommert erklärte, dass er am kommenden Dienstag erneut für das Amt des Fraktionschefs antreten wolle. «Redmann will kandidieren und führt dazu schon Gespräche», sagte der 58-Jährige am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. «Doch Redmann gehört zum inneren Kreis von Senftleben - und ich bin der festen Überzeugung, dass niemand aus der Riege der Verursacher der Niederlage Führung übernehmen sollte.»
Bommert hatte wie die CDU-Landtagsabgeordnete Saskia Ludwig Senftleben mehrfach aufgefordert, sich nach der verlorenen Landtagswahl zurückzuziehen. «Um eine vernünftige Sondierung und auch stabile Koalitionsverhandlungen führen zu können, müssen wir einen entsprechend glaubwürdigen und starken Verhandlungsführer in die Verhandlungen bringen», hatte Ludwig am Dienstag nach der Fraktionssitzung erklärt. «Und den sehen wir nach diesem Wahlergebnis und seinen Aussagen bei ihm nicht.» Senftleben hatte im Wahlkampf erklärt, mit der SPD unter Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) keine Regierung bilden zu wollen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 4. September 2019 13:10 Uhr

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