AfD-Landeschef rechnet mit Bündnis gegen seine Partei

AfD-Landeschef rechnet mit Bündnis gegen seine Partei

Brandenburgs AfD-Vorsitzender Andreas Kalbitz geht für den Fall eines Erfolgs bei der Landtagswahl von einer breiten Allianz gegen die AfD aus. «Für Brandenburg bedeutete es, dass wir den Wählerauftrag zur Regierungsbildung haben. Doch glaube ich nicht, dass die anderen das respektieren», sagte Kalbitz in einem Interview der «Jungen Freiheit», das am Donnerstag veröffentlicht wurde. Auf einem Bündnis nach dem Motto «Der Feind meines Feindes ist mein Freund» lasse sich «keine tragfähige Sachpolitik» machen. «Deshalb werden solche Bündnisse keinen Bestand haben.» Am 1. September wird in Brandenburg ein neuer Landtag gewählt. Die AfD lag in den jüngsten Umfragen vorn.

Andreas Kalbitz

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Andreas Kalbitz, Landesvorsitzender der AfD in Brandenburg. Foto: Patrick Pleul/Archivbild

Der AfD-Landeschef wies Kritik von Bürgerrechtlern daran zurück, dass seine Partei im Wahlkampf auf die friedliche Revolution zurückgreift. Die AfD wirbt in Brandenburg mit dem Spruch «Vollende die Wende». Bürgerrechtler werfen ihr Missbrauch der friedlichen Revolution vor. Kalbitz sagte, diese hätten «die Wende nicht gepachtet - die sie auch nicht alleine gemacht haben, sondern mit dem Volk». Außerdem sei die Angleichung des Renten- und Lohnniveaus 30 Jahre lang «nicht vollendet worden». «Dass wir damit Deutschland pauschal mit der DDR gleichsetzten, wie uns böswillig unterstellt wird, ist Blödsinn.»
Kalbitz wird zum rechtsnationalen «Flügel» in der AfD von Björn Höcke gezählt. Er führte früher den rechtsextremen Verein «Kultur- und Zeitgeschichte, Archiv der Zeit», den Ex-SS-Hauptsturmführer und NPD-Funktionär Waldemar Schütz mitbegründet hatte, legte den Vorsitz nach Bekanntwerden 2015 aber nieder.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 22. August 2019 14:20 Uhr

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