Mehrere hundert Kinder aus Vietnam in Berlin vermisst

Mehrere hundert Kinder aus Vietnam in Berlin vermisst

In Berlin sind seit 2012 mehr als 470 Kinder und Jugendliche aus Vietnam als vermisst gemeldet. Es gebe Hinweise, dass sie von gut organisierten Schlepperorganisationen zunächst in die Bundesrepublik gebracht worden seien, teilte die Berliner Polizei am Donnerstag mit. Zuerst hatte der RBB berichtet.

Blaulicht

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Das Blaulicht auf dem Dach eines Polizeiautos leuchtet. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/Archivbild

Nach Recherchen des Senders wurden viele Minderjährige beim Versuch der illegalen Einreise durch Polizei und Bundespolizei aufgegriffen und in die Obhut der zuständigen Jugendämter übergeben. Doch aus den Einrichtungen der Jugendhilfe würden sie vielfach nach kurzer Zeit wieder verschwinden, sagte ein Polizeisprecher. Die meisten Vermisstenanzeigen würden von dortigen Mitarbeitern kommen.
In Brandenburg bestätigte die Polizei, dass seit 2013 genau 33 Kinder und Jugendliche vietnamesischer Herkunft vermisst werden. Die meisten von ihnen seien männlich.
Seit Jahren steige die Zahl illegal nach Deutschland eingereister Vietnamesen, sagte die Bundespolizei dem Sender. International agierende Menschenhändler schleusten die Menschen von Moskau über die baltischen Staaten und Polen nach Deutschland und Westeuropa. Sie würden bis zu 15 000 Euro für einen Menschen verlangen.
In den vergangenen Monaten sei der Zoll bei Razzien gegen Schwarzarbeit in vietnamesischen Nagelstudios immer wieder auf illegal beschäftigte Vietnamesen getroffen, darunter auch Minderjährige, hieß es.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 20. Juni 2019 17:10 Uhr

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