Anlage zur Herstellung von Mikroalgen nimmt Betrieb auf

Anlage zur Herstellung von Mikroalgen nimmt Betrieb auf

2050 werden laut Experten 11,2 Milliarden Menschen auf der Erde leben. Sie alle brauchen Nahrung, Wasser und Energie. Eine der möglichen Lösungen heißt: Biomasse-Produktion aus Mikroalgen. In Cottbus steht dafür eine Anlage.

Cottbus (dpa/bb) - Es könnte möglicherweise eine Antwort auf den Klimawandel sein: die Nutzung von Biomasse als Energieerzeuger, Nahrungs- und Futtermittel. Eine Anlage, die industriell solche Biomasse aus Mikroalgen herstellt, hat am Mittwoch in Cottbus zu arbeiten begonnen. Das sogenannte Photobioreaktoren-Oktagon besteht aus acht miteinander verbundenen Reaktoren, die künftig Mikroalgen und andere pflanzliche Zellen mit Licht und CO2 versorgen. Zusammen mit einigen Nährstoffen wachsen die Algen zu einer dicken suppenartigen Masse heran - der Biomasse.
Die mikroskopisch kleinen Algen gelten nach Angaben des Betreibers, der Dresdner Firma Gicon, als Hoffnungsträger einer biobasierten Zukunft. Vor allem als Energieträger seien sie für die Wirtschaft interessant, sagte ein Unternehmenssprecher. Die Algen verbrauchten beispielsweise wenig Wasser und benötigten im Vergleich zu Pflanzen wie Mais oder Raps einen geringeren Flächenbedarf zur Herstellung von Biomasse.
Der Hersteller und Betreiber Gicon beschäftigt sich seit 25 Jahren mit den Bereichen Biogas und Algenforschung. Insgesamt arbeiten und forschen in dem Unternehmen aus Dresden 350 Mitarbeiter, etwa 15 von ihnen im Bioforschungszentrum in Cottbus. Perspektivisch solle diese Niederlassung ausgebaut werden, sagte der Unternehmenssprecher weiter. Vor allem mit der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) arbeite man sehr eng zusammen.
Das gebaute Oktagon ist Bestandteil des EU-Vorhabens Space@Sea. Es soll beispielsweise auch auf in Meeren schwimmenden Arbeitsplattformen als Produzent für Nahrungsmittel erprobt und eingesetzt werden. Das Projekt wird durch das Forschungs- und Innovationsprogramm Horizon 2020 der Europäischen Union gefördert.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 19. Juni 2019 17:10 Uhr

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