Regenschauer bringen etwas Entspannung bei Großbrand

Regenschauer bringen etwas Entspannung bei Großbrand

Bis zum Samstagmorgen hatte auffrischender Wind den Feuerwehrleuten im Waldbrandgebiet nahe Jüterbog zu schaffen gemacht. Kurze Regenschauer brachten dann etwas Entspannung. Doch die Lage auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz bleibt weiter ernst.

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Ein Blick auf einen Einsatzwagen der Feuerwehr. Foto: Mohssen Assanimoghaddam/Archiv

Jüterbog (dpa/bb) - Kurze Regenschauer haben die Lage im Waldbrandgebiet nahe Jüterbog etwas entspannt. Die Zahl der Feuerwehrleute konnte von 152 auf 132 gesenkt werden, wie die Landrätin des Landkreises Teltow-Fläming, Kornelia Wehlan (Linke), der Deutschen Presse-Agenur am Samstag sagte. Nach wie vor bestehe aber eine Großschadenslage. «Bis kommenden Mittwoch ist hier alles in Bereitschaft». Auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz brennt es derzeit auf einer Fläche von etwa 758 Hektar - das entspricht mehr als 1000 Fußballfeldern.
Auffrischender Wind hatte am Samstagmorgen für Funkenflug gesorgt. Insbesondere ein Bereich rund um eine Gärtnerei im Ort Frankenfelde war gefährdet. Die Polizei wollte über das gesamte Gebiet fliegen, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Nach der Auswertung der Luftbilder werde neu entschieden, sagte Wehlan.
Auch Brandenburgs Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD) machte sich vor Ort ein Bild von der Lage. «Das sind schreckliche Bilder», sagte er am Samstag. Man müsse überlegen, was man beim Brandschutz in Brandenburg noch besser machen und wie man die Waldbesitzer noch mehr unterstützen könne. Gott sei Dank seien bislang keine Menschen zu Schaden gekommen. Vogelsänger lobte das Engagement der Einsatzkräfte und der freiwilligen Helfer. «Sie haben meinen größten Respekt». Nur im Zusammenspiel mit allen sei es möglich gewesen, für die Sicherheit der umliegenden Orte zu sorgen.
Löschhubschrauber der Bundespolizei und ein Bergepanzer der Bundeswehr unterstützten den Angaben zufolge die Einsatzkräfte, die aus zahlreichen Landkreisen zu Hilfe kamen; etwa aus den Kreisen Prignitz, Oberhavel, Barnim und Oberspreewald-Lausitz.
Auch in Altsorgefeld im Amt Dahme/Mark kämpfen etwa 30 Einsatzkräfte gegen Glutnester. Auch dort unterstützt ein Hubschrauber der Bundespolizei die Löscharbeiten.
Der ehemalige Truppenübungsplatz bei Jüterbog wurde von 1864 bis 1992 militärisch genutzt. Dort lagert nach Angaben des Kampfmittelbeseitigungsdienstes noch immer Munition aller Art. Blindgänger blieben liegen, alte Kampfmittel bildeten mittlerweile eine dicke Schicht im Erdboden. In den vergangenen Jahrzehnten verrotteten sie und wurden damit unberechenbar.
Brandenburg ist nach Angaben des Innenministeriums das Land mit dem höchsten Anteil an kampfmittelbelasteten Gebieten in Deutschland. Rund 392 000 Hektar seiner Gesamtfläche gelten noch als belastet.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Samstag, 8. Juni 2019 14:30 Uhr

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