SPD in Umfrage hinter AfD: Stohn kritisiert Personaldebatte

SPD in Umfrage hinter AfD: Stohn kritisiert Personaldebatte

Erstmals landet die SPD in Brandenburg in einer Umfrage zur Landtagswahl am 1. September hinter der AfD, die gleichauf mit der CDU liegt. Die Sozialdemokraten setzen weiter auf Zusammenhalt.

Erik Stohn

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Erik Stohn, Generalsekretär der Brandenburger SPD, spricht auf einer Pressekonferenz. Foto: Bernd Settnik/Archivbild

Potsdam (dpa/bb) - Die Brandenburger SPD hält das Rennen vor der Landtagswahl trotz der jüngsten Umfrage, bei der sie hinter AfD und CDU liegt, noch für offen. «Umfragen sind keine Wahlergebnisse», erklärte Brandenburgs SPD-Generalsekretär Erik Stohn am Freitag. Er betonte aber auch, die Personaldebatten in Berlin - damit meinte er die Diskussionen um Bundestagsfraktionschefin Andrea Nahles - seien kein Rückenwind, sondern Gegenwind. Das Ergebnis zur Europawahl, bei der die AfD am vergangenen Sonntag stärkste Kraft in Brandenburg vor der CDU wurde, lasse die SPD dennoch innehalten, sagte Stohn. Er warf der AfD vor, zu spalten und Menschen gegeneinander aufzubringen. «Unsere feste Überzeugung ist, dass Brandenburg nur im Miteinander gedeihen kann.»
Der AfD-Landesvorsitzende Andreas Kalbitz zeigte sich zurückhaltend hinsichtlich einer direkten Übertragbarkeit der Umfrage auf die Landtagswahl. «Dennoch setze ich auf ein ähnlich sehr gutes Ergebnis», teilte er mit. «Dafür werden wir um jede Stimme kämpfen und in höchstmöglicher Frequenz weiter dort ansetzen, wo sich unsere Erfolge ergründen: an der Basis, bei den Menschen, auf der Straße und möglichst überall vor Ort im direkten Gespräch.»
Die CDU sieht sich derweil mit Rückenwind. «Die Umfrage deckt sich mit den Ergebnissen der Wahlen am Sonntag und bestätigt zum wiederholten Male, dass die Regierung von Dietmar Woidke keine Mehrheit mehr hat», sagte Brandenburgs CDU-Generalsekretär Steeven Bretz laut Mitteilung. «Wir konzentrieren uns aber auf den 1. September und wissen, dass bis dahin noch viel Arbeit vor uns liegt.»
Auch Grünen-Landeschef Clemens Rostock zeigte sich zuversichtlich. «Die aktuelle Umfrage bestätigt - wie schon viele Umfragen zuvor - dass wir diese Ergebnisse vom letzten Wahlsonntag auch zur Landtagswahl wiederholen können», erklärte er. «Eine Regierung ohne uns wird dann nur schwer möglich sein.»
Rund drei Monate vor der Landtagswahl in Brandenburg liegen CDU und AfD in einer Umfrage des Instituts Insa für die «Bild»-Zeitung (Freitag) gleichauf bei je 20 Prozent. Die Regierungspartei SPD landet damit erstmals in einer Befragung zur Landtagswahl hinter der AfD. Sie läge laut Insa bei 19 Prozent, wenn am Sonntag gewählt werden würde. Die mitregierende Linke kommt demnach auf 18 Prozent, die Grünen auf 12. Die FDP erreicht 5 Prozent, BVB/Freie Wähler 3 Prozent.
Die jetzige rot-rote Koalition wäre bei diesen Werten ohne eigene Mehrheit. Rechnerisch möglich wären ein rot-rot-grünes Bündnis oder eine Kenia-Koalition aus CDU, SPD und Grünen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 31. Mai 2019 15:00 Uhr

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