Nach Fund zweier Männerleichen in Forst Opfer identifiziert

Nach Fund zweier Männerleichen in Forst Opfer identifiziert

Lange hat die Staatsanwaltschaft zum Fund der zwei Männerleichen im brandenburgischen Forst geschwiegen: Nun gibt die Behörde neue Details bekannt. Die Toten sind identifiziert.

Zwei Tote in Wohnung in Forst aufgefunden

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Ein Sprengstoffexperte in Schutzausrüstung steht zwischen zwei geöffneten Autos auf einem Parkplatz. Foto: Patrick Pleul/Archivbild

Forst (dpa/bb) - Eine Woche nach dem Fund der zwei Männerleichen im brandenburgischen Forst (Spree-Neiße) hat die Staatsanwaltschaft neue Details zu dem Fall bekanntgegeben. Die Obduktion der Leichen habe ergeben, dass die Männer durch Schüsse getötet wurden, teilte die Behörde am Montag mit. Zudem stehe ihre Identität fest. Ob es sich bei den Getöteten um Mitglieder einer Mafia aus Montenegro gehandelt habe, wie dortige Zeitungen berichtet hatten, dazu wollte die Staatsanwaltschaft aus ermittlungstaktischen gründen nichts sagen. Die Ermittlungen konzentrierten sich nun auf die Identifizierung der bislang unbekannten Täter.
Dazu wiederholte die Polizei am Montag einen Aufruf. Noch immer sucht sie nach einem Auto und bittet die Bevölkerung um Mithilfe. Es würden Zeugen gesucht, die am Montagmorgen zwischen 3 und 6 Uhr ein helles Fahrzeug neueren Typs mit mehreren Personen in Forst oder in Fahrtrichtung Berlin oder Cottbus gesehen hätten, hieß es in einer Mitteilung der Polizeidirektion Süd.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurden in einiger Entfernung vom Tatort in einem Waldstück Schusswaffen gefunden. Ob es sich dabei um die Tatwaffen handele, werde noch untersucht. Am Tatort selbst entdeckte die Polizei eine professionell betriebene Cannabisplantage mit mehr als 20 Kilogramm Marihuana in der Bearbeitung. Weitere Angaben machte die Staatsanwaltschaft nicht.
Die regierungskritische Zeitung «Vijesti» aus Montenegro hatte berichtet, der Fund der Männerleichen gehe auf eine Abrechnung unter Mafia-Mitgliedern zurück. Hintergrund sei ein seit Jahren andauernder Streit in der Adria-Küstenstadt Kotor zwischen zwei Clans. Örtliche Medien berichteten über einen jahrelangen Streit um Drogengeschäfte. Die eine Bande soll der anderen 200 Kilogramm Kokain gestohlen haben. Seitdem seien rund 40 Menschen mit Waffen und Bomben getötet worden.
Darunter ist den Angaben zufolge auch ein 32-jähriger Montenegriner aus Wien. Der Mann war im vergangenen Dezember unweit des Stephansdoms von einem Unbekannten erschossen worden. Sein 23-jähriger Begleiter wurde durch Schüsse schwer verletzt. Die beiden Opfer wurden ebenfalls einem der beiden Clans zugerechnet.
Die zwei Männerleichen waren vor einer Woche in der Brandenburger Kleinstadt entdeckt worden. Nach Berichten montenegrinischer Medien sollen zwei weitere Männer, ebenfalls aus Montenegro, bei dem mutmaßlichen Angriff in Forst verletzt worden sein.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 20. Mai 2019 17:50 Uhr

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