Mehr Sicherheit: Neues Zentrum in Cottbus vorgestellt

Mehr Sicherheit: Neues Zentrum in Cottbus vorgestellt

Die Menschen in Cottbus sorgen sich um die Sicherheit in der Stadt: Immer wieder kam es zu gewalttätigen Ausschreitungen, rechten Aufmärschen, aggressiver Stimmung. Ein Sicherheitszentrum soll jetzt zusätzlich für Ruhe sorgen.

Cottbus (dpa/bb) - Damit sich die Menschen in Cottbus geschützter fühlen, richtet die Stadt in der Innenstadt ein Sicherheitszentrum ein. Ordnungsamt und Polizei haben die Räume der Anlaufstelle am Donnerstag vorgestellt. «Wir zeigen mehr offene Präsenz», sagte Ordnungsamtsleiter Thomas Bergner und sprach von einer «neuen Qualität» für die Sicherheit in der Stadt. Jeweils ein Polizist und ein Mitarbeiter vom Ordnungsamt sollen in dem Zentrum von 10 bis 20 Uhr Ansprechpartner sein.
Die Räume mit insgesamt 70 Quadratmetern sollen zudem als Lagezentrum und Einsatzzentrale für Großveranstaltungen dienen und Rückzugsort für Einsatzkräfte sein. Auch die zusätzliche Mixstreife aus Polizei und Ordnungsamt, die seit Monaten in der Stadt unterwegs ist, wird dort einen Aufenthaltsort haben.
Nach Aussage Bergners kommt die Einrichtung eines solchen Sicherheitszentrums bei den Einwohnern gut an. «Dadurch, dass immer wieder nachgefragt wird, habe ich das Gefühl, dass die Einwohner auf solch eine Anlaufstelle warten», sagte der Ordnungsamtsleiter. Die Bürger müssten bei Fragen auch nicht mehr anonym am Telefon warten sondern hätten jemand im Zentrum, dem sie «ihre Sorgen vortragen» könnten.
Nach Worten von Edgar Simmula, Leiter des Führungs- und Revierdienstes der Polizeiinspektion Cottbus-Spree-Neiße, ist die Einrichtung kein Ersatz für die Polizeidirektion in der Stadt. Anzeigen würden im Sicherheitszentrum zwar auch aufgenommen, in erster Linie gehe es aber um Prävention. «Die Bürger sollen mit Fragen kommen können, die sich um die Sicherheit drehen. Zum Beispiel: Wo bekomme ich einbruchsichere Türen und Fenster her? Wir schicken niemanden weg», betonte Simmula.
Im Januar des vergangenen Jahres war die Situation eskaliert. Es kam zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Deutschen und Syrern. Das führte dazu, dass das Innenministerium in Potsdam veranlasste, zunächst keine weiteren Flüchtlinge aus der Zentralen Erstaufnahme des Landes in Eisenhüttenstadt nach Cottbus zu schicken. Nach Einschätzung des Verfassungsschutzes in Brandenburg ist Cottbus ein «Hotspot» des Rechtsextremismus im Land. Referatsleiter Heiko Homburg spricht von rund 400 rechtsextremen Personen.
Im Sicherheitszentrum laufen derzeit noch Umbauarbeiten. Die Anlaufstelle soll vor dem Stadtfest am 26. Juni eröffnet werden.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 16. Mai 2019 13:40 Uhr

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