Nach Bränden: Brandenburg nutzt Wiederaufforstung zum Umbau

Nach Bränden: Brandenburg nutzt Wiederaufforstung zum Umbau

Früher wurden in Brandenburg aus wirtschaftlichen Gründen fast ausschließlich Kiefern angebaut. Doch die erwiesen sich als anfällig für Schädlinge und Brände.

Waldstück in Treuenbrietzen

© dpa

Mit blauen Punkten sind die stabilen Bäume eines Waldbrandgebietes markiert, die den Neuanpflanzungen Schutz zu geben. Foto: Bernd Settnik/Archiv

Potsdam (dpa/bb) - Nach den verheerenden Waldbränden insbesondere des vergangenen Jahres nutzt Brandenburg die Wiederaufforstung für eine gesunde Mischung aus Nadel- und Laubbäumen. Um den Anteil der Nadelbäume zu verringern, werde ihr Anbau grundsätzlich nicht mehr aus öffentlichen Mitteln gefördert, teilte das Agrarministerium in Potsdam auf eine Anfrage der Grünen-Landtagsfraktion mit. Einzige Ausnahme gelte für die heimische Kiefer, sollte ihre Anpflanzung wegen der Verhältnisse in dem jeweiligen Waldbereich zwingend erforderlich sein.
Das Land kümmert sich seit Jahren um den Waldumbau und die Anpflanzung von Mischwald. Laubbäume brennen nicht so schnell wie Kiefern. Mischwald soll auch weniger anfällig sein für Schädlinge und Sturmschäden.
Rund 70 Prozent der Waldfläche Brandenburgs ist reiner Kiefernwald. Von den 1,1 Millionen Hektar Wald sind nach Angaben des Ministeriums in den vergangenen rund 25 Jahren mehr als 85 000 Hektar zu Mischwäldern umgebaut worden. Bei Waldbränden im vergangenen Jahr waren Baumbestände auf einer Fläche von rund 1670 Hektar zerstört oder stark beschädigt worden. Rund 60 Prozent der märkischen Waldfläche werden von nahezu 100 000 privaten Besitzern bewirtschaftet.
Wie es vom Agrarministerium weiter heißt, pflanzt die Brandenburger Forstverwaltung derzeit 30 Baumarten an, die in den Empfehlungen für sogenanntes forstwirtschaftliches Vermehrungsgut enthalten sind. Dazu gehörten jene Baumarten, die im bundesweit geltenden Forstvermehrungsgutgesetz und in der Liste der in Brandenburg heimischen Gehölzarten genannt sind. Welche Baumarten etwa von privaten Waldbesitzern angepflanzt würden, sei der Landesregierung nicht bekannt.
Pro Jahr werden in Brandenburgs Landeswald etwa 1500 Hektar und im Privat- und Körperschaftswald 500 bis 1000 Hektar Kiefernwälder durch Saat oder Pflanzungen in Mischwald umgewandelt. Bis der märkische Wald einen dem Klima angepassten natürlichen Zustand erreicht hat, werden nach Einschätzung des Agrarministeriums noch Jahrzehnte vergehen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Sonntag, 12. Mai 2019 09:20 Uhr

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