Kontroverse Debatte über Schulstreiks für Klimaschutz

Kontroverse Debatte über Schulstreiks für Klimaschutz

Der Brandenburger Landtag hat in einer kontroversen Debatte über die Schulstreiks für mehr Klimaschutz unter dem Motto «Fridays for Future» diskutiert - kurz vor den nächsten Aktionen, die diesmal am Nachmittag stattfinden. Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) zeigte sich grundsätzlich tolerant, forderte aber auch von Schulen, die Schulpflicht einzuhalten. «Insofern freuen wir uns über die jungen Menschen und freuen uns über das Engagement», sagte die Ministerin am Donnerstag im Landtag in Potsdam. Dennoch gehe es um eine Abwägung. «Jede Unterrichtsstunde, die stattfindet, ist auch hart erkämpft. Deshalb ist es natürlich die Aufgabe der Schulen, auf die Schulpflicht hinzuwirken.»

Die AfD-Fraktion forderte, die Schulpflicht konsequent einzuhalten und Tests, Vorträge und Klassenarbeiten bei unentschuldigtem Fehlen mit einer «Sechs» zu bewerten. «Wenn wir immer wieder immer mehr Schüler auf den Demonstrationen während der Schulzeit sehen, dann scheint kein pädagogisches Einwirken stattgefunden zu haben», sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Fraktion, Andreas Galau. «Die Hysterie scheint weiterhin ungebrochen und sich der Kontrolle der Schulbehörden zu entziehen.» Der Landtag stimmte mit Mehrheit gegen den AfD-Antrag.
Seit mehreren Monaten fordern Schüler in Deutschland und anderswo jeden Freitag mehr Engagement der Politiker für den Klimaschutz. Ihren Ursprung haben die «Fridays For Future»-Aktionen in Schweden. Inzwischen ist daraus eine globale Bewegung geworden. Zuletzt hatten sich auch Wissenschaftler dem Anliegen der Schüler angeschlossen. An diesem Freitag wollen Schüler wieder in zahlreichen Städten in Deutschland für mehr Klimaschutz demonstrieren, in Brandenburg sind Aktionen in mindestens fünf Städten geplant.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 11. April 2019 18:40 Uhr

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