Landrat: Bund hilft Kommunen weiter bei Finowkanal-Sanierung

Landrat: Bund hilft Kommunen weiter bei Finowkanal-Sanierung

Der Finowkanal ist eine wichtige Wasserstraße für den Wassertourismus im Nordosten Brandenburgs. Das Gebiet an der Landesgrenze zu Mecklenburg-Vorpommern soll künftig speziell vermarktet werden. Da ist Hilfe vom Bund willkommen.

Der Finowkanal

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Der Finowkanal im Nordosten von Brandenburg. Foto: Patrick Pleul/Archiv

Potsdam (dpa/bb) - Die Kommunen am Finowkanal im Nordosten Brandenburgs können nach Angaben des Barnimer Landrats, Daniel Kurth (SPD), mit weiteren Hilfen des Bundes rechnen. Wie er am Donnerstag vor dem Verkehrsausschuss des Landtages in Potsdam sagte, hat der Bund ein «mündliches Signal» gegeben, die Sanierung von zehn Schleusen und zwei Brücken auf mehrere Jahre zu verteilen. Dies ermögliche den Kommunen, die finanziellen Belastungen zu schultern.
Kurth, der auch Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Wassertourismus Initiative Nordbrandenburg (WIN-AG) ist, betonte, ihm schwebe eine Finanzierung nach dem Modell des Neubaus der Schleuse Friedenthal in Oranienburg vor. Dabei hatte der Bund 50 Prozent der Kosten übernommen, fünf Prozent die Kommunen und den Rest das Land Brandenburg.
Um Einzelheiten der weiteren Planung der Kanalsanierung zu erörtern, sind Kurth zufolge bereits in der kommenden Woche Gesprächsrunden mit Vertretern von Bund, Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung, den zuständigen Brandenburger Ministerien und Landkreisen sowie mit den Anrainerkommunen geplant. Nach seinen Vorstellungen könnten vier bis fünf der zehn maroden Schleusen in den kommenden vier Jahren saniert werden. Für die Zeit danach müsse über ein weiteres «Schleusenpaket» nachgedacht werden.
Wirtschaftsstaatssekretär Hendrik Fischer (SPD) erneuerte vor dem Ausschuss das Angebot des Landes, die finanzielle Höchstförderung für das Vorhaben auszuschöpfen. Der Erhalt des Finowkanals als touristisches Projekt habe im Wirtschaftsministerium eine hohe Priorität. Voraussetzung für die Landesförderung sei allerdings ein wirtschaftliches Betreiberkonzept.
Der Bund will sich eigentlich seit Jahren von der 32 Kilometer langen und ältesten schiffbaren künstlichen Wasserstraße Deutschlands trennen, da sie wegen der parallel verlaufenden Havel-Oder-Wasserstraße ihre wirtschaftliche Bedeutung verloren habe. Mitte Januar dieses Jahres signalisierte dann die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes erstmals, dass sie nur noch die zwölf Schleusen und zwei Brücken abgeben will, die Kanalstrecke aber in eigener Regie weiterbetreiben wolle. Zugleich war das Angebot erneuert worden, sich mit 50 Prozent an den Sanierungskosten der Schleusen und Brücken zu beteiligen.
Zwei Brücken sind bereits instandgesetzt. Über die Kosten der Erneuerung der restlichen zehn Schleusen und zwei Brücken müssen sich nun die Anrainerkommunen einigen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 7. März 2019 18:00 Uhr

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