Niroomand und Woidke: Olympia-Bewerbung erst zweiter Schritt

Niroomand und Woidke: Olympia-Bewerbung erst zweiter Schritt

Olympia in Berlin und Brandenburg - das ist nur mit einer starken Einbindung der Bevölkerung möglich. Das betonen nach dem Vorstoß von Berlins Innensenator Geisel Brandenburgs Regierungschef Woidke und DOSB-Vize Niroomand. Auch andere Voraussetzungen müssten stimmen.

Kaweh Niroomand

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DOSB-Vizepräsident Kaweh Niroomand. Foto: Guido Kirchner/Archiv

Berlin (dpa/bb) - DOSB-Vizepräsident Kaweh Niroomand und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke haben in der Debatte um eine mögliche neue Olympia-Bewerbung Berlins davor gewarnt, den zweiten Schritt vor dem ersten zu machen. Zwar sehen Niroomand und Woidke die Idee von Sommerspiele 2036 durchaus positiv, erst aber müssten wichtige Bedingungen geschaffen werden. «Viele Punkte, um die es geht, sei es im Städtebau, in der Mobilität oder der Integration, müssen wir als Erstes machen», sagte BR-Volleys-Manager und DOSB-Vizepräsident Niroomand der «Berliner Morgenpost» am Sonntag.
Für Brandenburgs Regierungschef Woidke (SPD) ist klar: Einen neuen Anlauf um Olympia ist nur mit einer positiven Begleitung der Bevölkerung beider Bundesländer möglich. «Eine Bewerbung sollte es deshalb nur geben, wenn die Bürgerinnen und Bürger mitmachen und Brandenburg einbezogen wird, denn es wäre ja ebenfalls stark betroffen», sagte Woidke in der «Märkischen Oderzeitung» (Samstag).
Olympia in der Region würde «beiden Ländern sicherlich einen starken Impuls geben und auch helfen, die Infrastruktur weiter auszubauen», sagte der 57-jährige. «Und natürlich wäre es für das Sportland Brandenburg beste Werbung.» Niroomand als Vizepräsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) formulierte die Grundvoraussetzung: «Wir müssen die Gesellschaft lebenswerter machen. Dann können wir am Ende sagen, alles ist vorbereitet, und wir können auch Olympische Spiele vorführen.»
Berlins Innen- und Sportsenator Andreas Geisel hatte in der vergangene Woche die Idee entwickelt, sich zusammen mit anderen deutschen Städten um die Spiele 2036 zu bewerben. Niroomand, der im DOSB für Wirtschaft und Finanzen zuständig ist, begrüßte das grundsätzlich. Er sei aber überrascht und finde das «sehr mutig». Auch der 66-Jährige sieht in der Bürger-Beteiligung den Schlüssel: «Das Thema ist sehr sensibel. Wir können keine Spiele durchsetzen gegen den Willen der Bevölkerung.» Eine Volksabstimmung würde er nicht fürchten, «wenn wir das entsprechend vorbereitet haben».
Berlin war in den 1990er Jahren mit einer Bewerbung für die Olympischen Spiele 2000 gescheitert. Die Hauptstadt unterlag zuletzt mit dem Anlauf für Olympia 2024 im nationalen Vorausscheid Hamburg, ehe die Bürger der Hansestadt dem Plan 2015 eine Absage erteilten. «Jeder weiß inzwischen, dass es keinen Sinn macht, Städte oder Regionen gegeneinander ins Rennen zu schicken», sagte Niroomand zu einem möglichen neuen Auswahlprozess.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Sonntag, 3. März 2019 14:20 Uhr

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