Kindermörder wegen Sicherungsverwahrung erneut vor Gericht

Kindermörder wegen Sicherungsverwahrung erneut vor Gericht

Der Mörder der beiden Jungen Elias (6) und Mohamed (4) muss voraussichtlich im Mai erneut vor Gericht. Nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs muss das Landgericht Potsdam erneut prüfen, ob bei dem Verurteilten ein Hang zur Begehung weiterer schwerer Straftaten vorliegt und eine Sicherungsverwahrung nach der Haft erforderlich ist. Eine Sicherungsverwahrung hatten die Potsdamer Richter 2016 abgelehnt.

Silvio S. in einem Saal

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Mit einem Aktenordner vor dem Gesicht sitzt Silvio S. in Potsdam in einem Saal des Landgerichtes. Foto: Ralf Hirschberger/Archiv

Die Sicherungsverwahrung ist das schärfste Mittel, um die Gesellschaft vor besonderes gefährlichen Straftätern zu schützen. Der Vorsitzende Richter habe den Prozessbeteiligten dazu drei Termine im Mai vorgeschlagen, bestätigte Gerichtssprecher Sascha Beck am Montag. Zuerst hatten mehrere Zeitungen berichtet.
Silvio S. hatte Elias und Mohamed im Sommer und im Herbst 2015 angelockt, missbraucht und getötet. Ende Oktober wurde der damals 32-Jährige gefasst. Die Potsdamer Richter hatten Silvio S. im Sommer 2016 wegen Mordes und Kindesmissbrauchs zu lebenslanger Haft verurteilt. Sie stellten auch die besondere Schwere der Schuld fest, was eine vorzeitige Entlassung erschwert. Die Sicherungsverwahrung lehnten sie jedoch ab.
Dagegen hatte die Staatsanwaltschaft erfolgreich Revision eingelegt. Der Bundesgerichtshof entschied im Sommer 2017, das Potsdamer Gericht habe Fehler bei der Gesamtwürdigung gemacht. Weder habe es die rasche Folge der beiden Morde ausreichend gewichtet, noch die menschenverachtende Weise, in der die Taten begangen wurden, so die Leipziger Richter.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 11. Februar 2019 15:50 Uhr

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