Landespolitiker üben sich Weihnachten in Gesangskunst

Landespolitiker üben sich Weihnachten in Gesangskunst

Klassische Weihnachtsmusik hat bei jüngeren Menschen einen schweren Stand - doch Brandenburger Landespolitiker stehen drauf. Und das über alle Parteigrenzen hinweg.

Sitzung des Landtags von Brandenburg

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Die Abgeordneten nehmen an der Sitzung des Landtags von Brandenburg teil. Foto: Britta Pedersen/Archiv

Potsdam (dpa/bb) - Weihnachtsmusik steht bei Spitzenpolitikern im Land Brandenburg hoch im Kurs. Viele bekennen sich dazu, Heiligabend auch selbst zu singen - andere bevorzugen lieber Musik von der CD, wie eine dpa-Umfrage ergab. Instrumente beherrschen Minister und Fraktionschefs in der Regel nicht - aber es gibt Ausnahmen.
«Wir singen in der Kirche», sagte etwa Regierungschef Dietmar Woidke. Das seien Stücke wie «Oh du fröhliche» oder «Es ist ein Ros entsprungen». Auch zu Hause bleibe Heiligabend der Fernseher aus und es werde gesungen. Ein Instrument spielt der Regierungschef, der einst als Jugendlicher mit langen Haaren in einer Schülerband Schlagzeug spielte, allerdings nicht. «Wir singen da Lieder, die brauchen nicht unbedingt ein schweres Schlagzeug dazu», sagte Woidke.
CDU-Fraktionschef Ingo Senftleben freut sich nach eigenen Angaben schon mit der Familie auf den Gottesdienst mit Krippenspiel: «Mein persönlicher Höhepunkt des Weihnachtsfestes ist, wenn wir dann in der Kirche gemeinsam «Stille Nacht, Heilige Nacht» singen.» Auch vor der Bescherung würden gemeinsam mit den Töchtern Weihnachtslieder gesungen. Was auch nicht fehlen dürfe: «Die gute alte Schallplatte von Frank Schöbel «Weihnachten in Familie»».
Linken-Fraktionschef Ralf Christoffers erklärt, in seiner Familie gebe es auch Musik und es werde gesungen. «Ein Keyboard ist im Einsatz für Weihnachtsmusik, aber auch andere Lieder», sagte eine Sprecherin. SPD-Fraktionschef Mike Bischoff sagte, vor der Bescherung werde im Kreise der ganzen Familie gesungen. «Die Lieder suchen bei uns die Enkelkinder aus - und die Erwachsenen singen gerne mit.»
AfD-Fraktionschef Andreas Kalbitz meinte: «Einer meiner Söhne, der seit Jahren Gitarre spielt, musiziert zu Weihnachten gelegentlich auch selbst. Ansonsten hören wir als Familie Musik von der CD, überwiegend traditionelle deutsche Weihnachtslieder und Klassik.»
«Normalerweise läuft es bei uns ganz klassisch ab», sagte der Grünen-Fraktionschef Axel Vogel. «Meine Lebenspartnerin spielt Klavier und singt auch dazu.» Er singe mit, wenn er die Lieder kenne. Familienfavorit sei «Tochter Zion, freue dich». Auch Grünen-Fraktionschefin Ursula Nonnemacher sagte: «Gesungen wird immer, und zwar klassische Weihnachtslieder.»
Auch Finanzminister Christian Görke (Linke) bekennt sich zu Weihnachtsmusik an Heiligabend. «Aber diese kommt dann eher von der CD, schließlich beabsichtigt der Minister nicht, den Weihnachtsmann kurz vor der Bescherung allzu sehr zu verärgern», so eine Sprecherin.
Kulturminister Martina Münch (SPD) greift dagegen selbst in die Tasten. «Auf unserer «Familien-Playlist» stehen jedes Jahr traditionelle Weihnachtslieder - natürlich nicht aus der Konserve, sondern von uns selbst gesungen - und zwar alle Strophen. Ich begleite auf dem Klavier, die Kinder greifen manchmal zu Querflöte, Cello oder Kontrabass und begleiten mich.»
Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) spielt dagegen kein Instrument - und lässt lieber singen: «Bei uns wird zu Weihnachten durchaus gesungen. Allerdings nur von unseren beiden Enkelkindern. Zum Beispiel «Schneeflöckchen, Weißröckchen». Denn sonst gibt es ja, wie allgemein bekannt ist, nichts vom Weihnachtsmann.» Er selbst höre gerne etwas Bach zu den Feiertagen. «So ist es jedes Jahr, so wird es auch dieses Jahr wieder sein.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 21. Dezember 2018 07:10 Uhr

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