Nach Lautern-Coup: Jetzt kommt Lotte: Krisensitzung fruchtet

Nach Lautern-Coup: Jetzt kommt Lotte: Krisensitzung fruchtet

Energie Cottbus entfernt sich aus der Abstiegszone. Der Erfolg in Kaiserslautern kommt überraschend, hat aber einen Hintergrund. Sorgen gibt es um Kapitän Stein. Und jetzt kommt Lotte.

Claus-Dieter Wollitz

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Die Cottbuser Trainer Claus-Dieter Wollitz feuert seine Spieler an. Foto: Frank Hammerschmidt/Archiv

Cottbus (dpa) - Das nächste Ziel nach dem Überraschungserfolg auf dem Betzenberg heißt gesichertes Mittelfeld. Mit einem Heimsieg gegen die Sportfreunde Lotte könnte sich der FC Energie am Samstag im Drittliga-Mittelfeld der 3. Fußball-Liga festsetzen - dabei erschien das vor zwei Wochen noch weiter entfernt als die Lausitz von der Pfalz. Nach dem 1:3 bei Fortuna Köln hatten sich Profis und die Sportliche Leitung bei einem Krisentreffen die Meinung gesagt.
«Das waren intensive, unangenehme Gespräche, da sind wir richtig in die Wunden gegangen», berichtete Chefcoach Claus-Dieter Wollitz jetzt. Der Trainer sprach klar die Mängel an, die Spieler monierten eine teilweise zu hohe Trainingsintensität. Offenbar zeigte die Sitzung Wirkung. «Niemand ist nachtragend. Ich bin dankbar für die Ehrlichkeit», sagte Wollitz. Beim 2:1 gegen Jena und nun beim 2:0 beim 1. FC Kaiserslautern zeigten sich die Cottbuser stabiler, nahmen die Zweikampfarbeit an, spielten schnörkelloser auf Ergebnis.
«Unser Matchplan ist voll aufgegangen», berichtete Verteidiger José-Junior Matuwila nach dem ersten Sieg der Lausitzer im Fritz-Walter-Stadion. Zu Erst- und Zweitliga-Zeiten war für Energie auf dem «Betze» nie viel zu holen gewesen. Diesmal stellte die Fünfer-Abwehrdreierkette Lautern vor Probleme. Der 18-jährige Leon Schneider überzeugte vor 24 005 Zuschauern in der WM-Arena.
Im Angriff verzichtete der Trainer auf das zuletzt so gut harmonierende Angriffsduo Dimitar Rangelow und Kevin Scheidhauer. Stattdessen gab er Konterstürmer Streli Mamba das Vertrauen - und der 24-Jährige rechtfertigte das Vertrauen speziell in der zweiten Halbzeit mit jenen Nadelstichen, die Lautern richtig wehtaten. «Es freut mich als Trainer, wenn der Plan so aufgeht. Die Mannschaft hat erkannt: Wenn wir gut gegen den Ball arbeiten, haben wir alle Voraussetzungen, solche Spiele zu gewinnen», sagte Wollitz.
Der Held des Spiels war aber Marc Stein. Früh im Spiel hatte sich der 33-Jährige bei einem Zusammenprall mit Lauterns Dominik Schad die Nase gebrochen. Mit seinem vierten Saisontreffer köpfte Stein trotz der Verletzung den FCE in Führung (48. Minute). Danach dirigierte er das Cottbuser Abwehrbollwerk, das nach dem perfekten Konter über Mamba und Torschütze Lasse Schlüter (75.) das 2:0 über die Zeit brachte. Stein soll am Montag weiter untersucht werden, muss sich möglicherweise einer Operation unterziehen lassen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 4. November 2018