Von Aleppo bis Santiago: Brassens holt die Welt nach Basdorf

Von Aleppo bis Santiago: Brassens holt die Welt nach Basdorf

Über die Balkanroute nach Basdorf: Vor drei Jahren kam Walid Habash (26) als Flüchtling aus Aleppo in den Wandlitzer Ortsteil. Jetzt war er wieder einer der Stars des Chanson-Festivals Georges Brassens. Zur Eröffnung am Donnerstagabend sang der Syrer den Brassens-Titel «Une jolie fleur» auf Arabisch, begleitet wurde er wie schon im vorigen Jahr von dem Israeli Ittai Rosenbaum am Flügel.

Das Festival, das dieses Jahr zum 15. Mal stattfindet, erinnert an die französische Chanson-Legende Georges Brassens (1921-1981), der im Zweiten Weltkrieg ein Jahr lang als Zwangsarbeiter in einer Fabrik in Basdorf schuften musste. Eröffnet wurde der Abend wieder vom Basdorfer Ortsteilbürgermeister Peter Liebehenschel an der Gitarre. Die meisten Musiker kamen aus Frankreich und Deutschland, aus Warschau war Justyna Bacz angereist. Den weitesten Weg aber hatte die Chopin-Preisträgerin Catalina Claro aus Santiago de Chile, die wie Rosenbaum an einem schon von Brassens benutzten Flügel spielte.
Das Festival geht bis Montag. Am Samstag wird in Basdorf eine Straße nach Brassens' Gefährten René Iskin (1921-2005) benannt, der mit ihm das Los des Zwangsarbeiters teilte. Zur Eröffnung des Festivals am Donnerstag waren auch Iskins Sohn und Tochter gekommen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 14. September 2018