Weihnachtsmarkt-Anschlag: Fragen an BKA-Chef

Weihnachtsmarkt-Anschlag: Fragen an BKA-Chef

Die Chefs von Bundesnachrichtendienst (BND) und Bundeskriminalamt (BKA) sollen im Bundestag erklären, ob in ihren Behörden vor dem Terroranschlag auf dem Breitscheidplatz womöglich wichtige Hinweise übersehen oder nicht weitergeleitet wurden.

BKA-Präsident Holger Münch reagiert auf eine Frage

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BKA-Präsident Holger Münch reagiert auf eine Frage.

BKA-Präsident Holger Münch wird von den Mitgliedern des Untersuchungsausschusses heute sicher auch gefragt werden, weshalb das BKA nicht die Ermittlungen zum späteren Attentäter Anis Amri übernommen hatte, obwohl dieser in mehreren Bundesländern Kontakte zu radikalen Islamisten unterhielt. Von BND-Chef Bruno Kahl wollen die Abgeordneten wissen, ob seine Behörde Informationen eines ausländischen Geheimdienstes zur Gefährlichkeit von Amri vielleicht erst zu spät weitergab.
Der abgelehnte Asylbewerber Anis Amri hatte am 19. Dezember 2016 in Berlin einen Lastwagenfahrer getötet. Mit dem Lastwagen raste er über den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche, wo weitere elf Menschen starben. Der Tunesier floh nach Italien, wo er von der Polizei erschossen wurde.
Am späten Abend will der Untersuchungsausschuss außerdem Lutz Bachmann als Zeugen vernehmen. Der Frontmann der ausländerfeindlichen Pegida-Bewegung aus Dresden hatte kurz nach dem Anschlag am 19. Dezember bei Twitter geschrieben, der Attentäter sei ein «tunesischer Moslem». Zu diesem Zeitpunkt war die Identität von Amri aber angeblich noch nicht einmal der Polizei bekannt. Nach offiziellen Angaben wurde sein Ausweis erst etliche Stunden später im Lastwagen gefunden. Bachmann soll jetzt erklären, wie er damals zu dieser Aussage kam.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 5. November 2020 08:42 Uhr

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