Seniorinnen betrogen: 71-Jähriger gesteht vor Gericht

Seniorinnen betrogen: 71-Jähriger gesteht vor Gericht

Ein 71-jähriger Berliner, der über Monate hinweg Seniorinnen um ihr Erspartes gebracht haben soll, hat vor dem Landgericht der Hauptstadt gestanden. Er habe Geld erschwindelt, weil er Spielschulden begleichen wollte, erklärte der Mann zu Prozessbeginn am Montag (15. März 2021).

Justitia

© dpa

Die Statue Justitia.

Laut Anklage soll er in den meisten Fällen ein Verwandtschafts- oder Bekanntschaftsverhältnis vorgegaukelt und eine finanzielle Notlage vorgetäuscht haben. Laut Anklage soll er von Januar 2019 bis März 2020 fast 55 000 Euro ergaunert haben. Zehn Seniorinnen werden in der Anklage genannt. Das älteste Opfer sei 90 Jahre alt gewesen. In dem Fall habe der 71-Jährige unter der Legende, sein Fahrzeug sei reparaturbedürftig, 4000 Euro erbeutet. Kurz darauf habe der einschlägig vorbestrafte Mann bei einer 84-Jährigen unter dem Vorwand, er wolle ihr bei einem Problem mit ihrer Wohnung helfen, das Konto der Frau geplündert. Auch nach ersten Strafanzeigen soll der Angeklagte die Betrugsserie fortgesetzt haben. 
Der Angeklagte war zuletzt im August 2013 zu einer Freiheitsstrafe von insgesamt sechseinhalb Jahren verurteilt worden. Er sei im Juli 2018 aus der Strafhaft entlassen worden, so der 71-Jährige. «Doch am nächsten Tag habe ich wieder gespielt.» Er habe beim Pokerspiel erneut Schulden angehäuft. «Da habe ich Damen angesprochen.» Manche der Frauen habe er flüchtig gekannt. Nun lebe er mit einer Frau zusammen und lasse die Finger vom Glücksspiel, so der nicht inhaftierte Mann. Die Anklage lautet auf Betrug, Computerbetrug und Diebstahl. Die Verhandlung wird am 17. März fortgesetzt.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 15. März 2021 15:54 Uhr

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