Kindesmissbrauch-Prozess: 48-Jähriger legt Geständnis ab

Kindesmissbrauch-Prozess: 48-Jähriger legt Geständnis ab

Wegen schweren sexuellen Missbrauchs eines kleinen Jungen hat am Berliner Landgericht der Prozess gegen einen 48-Jährigen begonnen. Dem Mann werden vier Übergriffe zur Last gelegt. Das Kind war bei der ersten Tat laut Anklage vier Jahre alt. Die Verteidigerin erklärte zu Beginn der Verhandlung am Donnerstag, ihr Mandant räume die Vorwürfe umfassend ein. Es treffe auch zu, dass er zwei der Taten zwischen 2015 und 2017 gefilmt und weitere Kinderpornografie besessen habe. 

Justizmitarbeiter

© dpa

Ein Justizmitarbeiter schließt die Tür zu einem Verhandlungssaal.

Die Mutter des Jungen sagte als erste Zeugin, der Angeklagte sei der Nachbar ihrer Mutter gewesen. Sie kenne ihn seit ihrem 14. Lebensjahr als einen guten Onkel. «Er war wie ein Familienmitglied, ich habe ihm vertraut und ihm deshalb meinen Sohn anvertraut», sagte die 29-Jährige. Regelmäßig sei er in ihrer Wohnung gewesen,  habe geholfen und sei mit ihrem kleinen Sohn auf den Spielplatz oder in den Zoo gegangen. Nach einem Umzug habe sie den Kontakt zu dem Mann allerdings abgebrochen. Von Übergriffen auf ihren Jungen habe sie erst später von der Polizei erfahren.
Das Verfahren gegen den Angeklagten war durch einen Hinweis einer Zeugin ins Rollen gekommen. Sie soll bei der Polizei zu Protokoll gegeben haben, dass sich auf dem Rechner des 48-Jährigen verbotene Bilder befinden würden.
Bei einer Durchsuchung der Wohnung des Mannes in Berlin-Spandau im September 2019 wurden laut Anklage rund 3800 kinder- und jugendpornografische Bilddateien sichergestellt. Die Auswertung des Materials habe zum Verdacht des schweren Kindesmissbrauchs in vier Fällen geführt. Der Prozess wird am 17. März fortgesetzt. 

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 25. Februar 2021 14:00 Uhr

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