Rapper Bushido und Berliner Clanchef: Alte Rechnung offen

Rapper Bushido und Berliner Clanchef: Alte Rechnung offen

Rapper Bushido und sein Ex-Geschäftspartner Arafat A.-Ch. streiten bis heute um eine Rechnung aus dem Frühjahr 2018. Mit der Forderung A.-Ch.s von 200 000 Euro sei er nicht einverstanden, keiner der Beträge habe «irgendeinen Bezug», jetzt warte er auf einen Termin in dem Zivilverfahren, sagte Bushido am Mittwoch als Zeuge im Strafprozess gegen den Berliner Clanchef A.-Ch. und drei seiner Brüder vor dem Landgericht. Die Rechnung sei nach der Trennung von seinem damaligen Manager gestellt worden.

Bushido kommt in einem Saal des Bundesverwaltungsgerichtes

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Bushido kommt in einem Saal des Bundesverwaltungsgerichtes.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurde das zivilrechtliche Verfahren ausgesetzt, der Ausgang des Strafverfahrens solle abgewartet werden. Er habe noch weitere Zivilverfahren, so Bushido.
Die Staatsanwaltschaft wirft A.-Ch. und den Brüdern Straftaten gegen Bushido vor, nachdem der Musiker 2017 die Beziehungen zu seinem langjährigen Manager aufgelöst habe. A.-Ch. habe dies nicht akzeptieren wollen und eine Millionen-Zahlung sowie die Beteiligung an Bushidos Musikgeschäften für 15 Jahre gefordert. Der Rapper sei bedroht, beschimpft, im Januar 2018 in einem Büro eingesperrt und mit Wasserflasche und Stuhl attackiert worden.
Der 42-jährige Bushido, mit bürgerlichem Namen Anis Ferchichi, ist auch Nebenkläger. Seit mehr als fünf Monaten wird er als Zeuge befragt. Dem 44-jährigen Hauptangeklagten A.-Ch. werden Beleidigung, versuchte schwere räuberische Erpressung, Freiheitsberaubung, Nötigung und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Die Angeklagten haben sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert. Auf eine ironische Bemerkung des Vorsitzenden Richters, A.-Ch. wolle ja nicht mit ihm reden, sagte der Angeklagte: «Alles zu seiner Zeit.»
Zur Höhe von Geldforderungen A.-Ch.s sagte Bushido, es seien meist sechsstellige Summen gewesen. In einem Jahr habe auch mal 960 000 Euro an «Herrn A.-Ch.» überwiesen. Seien mal Rechnungen mit 40 000 oder 60 000 Euro gekommen, sei er überrascht gewesen. «Das war ja so wie Taxi bezahlen», gab Bushido lässig zu Protokoll.
30 Prozent der Einnahmen an den Manager abzutreten, sei in der Branche üblich gewesen, sagte Bushido. In einer anderen Befragung hatte der Musiker angegeben, in etlichen Fällen habe er mehr an den Clanchef gezahlt. «Da, wo er das Gefühl hatte, dass er die Finger krumm gemacht hat, hat er 50 Prozent verlangt.» Der Prozess wird am Montag fortgesetzt.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 17. Februar 2021 14:01 Uhr

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