37-Jähriger in Nachbarschaftsstreit zu Geldstrafe verurteilt

37-Jähriger in Nachbarschaftsstreit zu Geldstrafe verurteilt

In einem Nachbarschaftsstreit ist ein 37-Jähriger zu 2000 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Das Amtsgericht Berlin-Tiergarten sprach den Mann am Mittwoch der Sachbeschädigung in zwölf Fällen sowie der Nötigung schuldig. Er oder seine Partnerin hätten Türspione zerschlagen und mehrfach das Schloss der Kellertür eines Ehepaares verklebt, begründete der Vorsitzende Richter. In einem Fall habe sich der Mann einer Nachbarin an der Haustür in den Weg gestellt. In weiteren Anklagepunkten wie Nachstellung und Körperverletzung wurde der 37-Jährige freigesprochen.

Auf einer Richterbank liegt ein Richterhammer

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Auf einer Richterbank liegt ein Richterhammer.

«Es gab Auseinandersetzungen in dem Haus», sagte der Richter. Der Angeklagte und seine Partnerin, die mit mehreren Kindern im Erdgeschoss des Hauses in Berlin-Spandau wohnen, hätten gemeinsam agiert. «Eine Nachstellung haben wir aber nicht festgestellt.» Auch der Vorwurf, der Mann habe die Reifen am Auto eines Ehepaares zerstochen, habe sich nicht bestätigt. In der Anklage aufgeführte Eierwürfe hätten nicht zu strafrechtlichen Konsequenzen geführt. «Wenn rohe Eier gegen Küchenfenster oder auf den Balkon fliegen, ist das dreckig und eklig, aber eine Substanzbeschädigung und damit Sachbeschädigung ist so etwas nicht.»
Der Staatsanwalt hatte auf eine Gefängnisstrafe von einem Jahr und zehn Monaten gegen den vielfach vorbestraften Mann plädiert. Die mutmaßlichen Opfer - Eheleute von 62 und 69 Jahren sowie eine 60-jährige Frau - «bewegten sich auf leisen Sohlen durch ihr Wohnhaus und fühlten sich verfolgt», sagte er in seinem Plädoyer. Sie seien in ihrem alltäglichen Leben schwerwiegend beeinträchtigt worden.
Der Angeklagte hatte die Vorwürfe zurückgewiesen. «Ich möchte nur meine Ruhe haben», so der siebenfache Vater. Seine Verteidiger forderten Freispruch und erklärten, es handele sich um einen «Nachbarschaftsstreit mit Anzeigen und Gegenanzeigen». Der Schuldspruch mit einer verhängten Strafe von 200 Tagessätzen zu je 10 Euro ist noch nicht rechtskräftig.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 9. Dezember 2020 15:51 Uhr

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