Frau ins Gesicht gebissen: Angeklagter schweigt

Frau ins Gesicht gebissen: Angeklagter schweigt

Weil er eine Frau gewürgt und dann mehrfach in das Gesicht der 41-Jährigen gebissen haben soll, steht ein 24-Jähriger vor dem Berliner Landgericht. Rund vier Monate nach seiner Festnahme hat der Angeklagte zu Prozessbeginn am Freitag zu den Vorwürfen geschwiegen. Durch die Bisse seien der Frau die linke Nasenhälfte sowie der linke Mundwinkel dauerhaft entfernt worden, hieß es in der Anklage.

Eine Figur der blinden Justitia

© dpa

Eine Figur der blinden Justitia.

Als erste Zeugin sagte die 41-Jährige, sie habe «ein paar Narben, aber die Sache ist vorbei, ich vergebe dem Mann». Sie habe den Angeklagten erst kurz vor der Tat in einem Park im Stadtteil Kreuzberg kennengelernt. «Wir saßen am Flussufer und kamen ins Gespräch», so die Zeugin. Ein anderer Mann habe ihr dann eine Ecstasy-Tablette angeboten. «Ich nahm sie, hörte dann Stimmen.» Sie seien danach noch schwimmen gegangen und im Park umhergelaufen. «Plötzlich kippte die Stimmung, er biss mich.» Anschließend habe er mit ihr in ein Krankenhaus gehen wollen.
Laut Anklage führten die erlittenen gravierenden Verletzungen dazu, dass die Frau dauerhaft entstellt sei. Deshalb wird dem 24-Jährigen schwere Körperverletzung zur Last gelegt. Der Mann, der damals ohne festen Wohnsitz war, befand sich zwei Monate in Untersuchungshaft. Er wurde dann im September vorläufig im sogenannten Maßregelvollzug untergebracht. Der Prozess wird am 25. November fortgesetzt.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 20. November 2020 14:19 Uhr

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