Tödlicher Unfall mit Polizeiauto: Gericht befragt Zeugen

Tödlicher Unfall mit Polizeiauto: Gericht befragt Zeugen

Der Prozess um die tödliche Kollision eines Funkstreifenwagens mit dem Auto einer jungen Frau in Mitte geht heute (5. November 2020) mit der Befragung weiterer Zeugen weiter. Ein 53 Jahre alter Hauptkommissar ist angeklagt.

Amtsgericht Tiergarten

© dpa

Ein Hinweisschild mit der Aufschrift «Amtsgericht Tiergarten».

Der Beamte am Steuer des Fahrzeugs mit Blaulicht und Signal soll auf dem Weg zu einem Einsatz mit überhöhtem Tempo in den Wagen der 21-Jährigen gerast sein, die gerade einparken wollte. Laut Staatsanwaltschaft wurde bei der Kollision noch eine Geschwindigkeit von 93 Kilometern pro Stunde festgestellt, bei der Tunnelausfahrt seien es noch 130 gewesen. Angeklagt ist er wegen fahrlässiger Tötung.

Angeklagter angeblich von Familie des Opfers bedroht

Die Verhandlung am Amtsgericht Tiergarten wird von angeblichen Bedrohungen gegen den Angeklagten überschattet. Der Hauptkommissar stehe unter Personenschutz, hatte das Gericht am dritten Prozesstag vor zwei Tagen mitgeteilt. Das Landeskriminalamt habe eine «akute Bedrohungslage erkannt», die auch aus Richtung der Familie der Getöteten kommen soll, sagte der Vorsitzende Richter. Die Eltern der 21-Jährigen als Nebenkläger wiesen die Vorwürfe zurück. Die tödliche Kollision hatte große Wellen geschlagen - dabei ging es auch um Ungereimtheiten bei den Ermittlungen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 5. November 2020 08:26 Uhr

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