Prozessbeginn: Tödliche «Kur» gegen Kinderlosigkeit

Prozessbeginn: Tödliche «Kur» gegen Kinderlosigkeit

Familienangehörige und ein Wunderheiler sollen einer 22-Jährigen zur «Teufelsaustreibung» eine Woche lang hochkonzentriertes Salzwasser verabreicht haben - mit tödlichem Ende.

Berliner Landgericht

© dpa

Der Prozess findet vor dem Berliner Landgericht statt. Foto: Wolfgang Kumm/Archiv

Laut Ermittlungen sollte die junge Frau damit gegen ihre Kinderlosigkeit «behandelt» werden. Ihr 35-jähriger Ehemann, seine Eltern und der Heiler müssen sich ab heute (2. November 2020) vor dem Berliner Landgericht verantworten. Ihnen werden gemeinschaftliche Körperverletzung mit Todesfolge zur Last gelegt.

Opfer starb an Lungenembolie und Hirnödem

Die Angehörigen sollen dem Rat des Heilers, einem sogenannten Hodscha, folgend die 22-Jährige zwischen dem 30. November und 7. Dezember 2015 täglich zu der sogenannten Kur gezwungen haben. Die Frau, die an einer Vorerkrankung und zur Tatzeit zusätzlich an einem Infekt gelitten haben soll, starb am 7. Dezember 2015 an einer Lungenembolie und einem Hirnödem in einem Krankenhaus. Der «Hodscha» soll die Trinkprozeduren zeitweise mit Lesungen aus dem Koran begleitet haben. Ihm wird Mittäterschaft vorgeworfen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 2. November 2020 08:45 Uhr

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