Mit K.o.-Tropfen betäubt und vergewaltigt? Mann vor Gericht

Mit K.o.-Tropfen betäubt und vergewaltigt? Mann vor Gericht

Weil er eine junge Frau mit sogenannten K.o-Tropfen betäubt und dann vergewaltigt haben soll, muss sich ein 27-Jähriger vor dem Berliner Landgericht verantworten. Der Mann hat die Vorwürfe zu Prozessbeginn am Freitag zurückgewiesen. Er habe die damals 19-Jährige nicht unter Drogen gesetzt und sie nicht vergewaltigt, erklärte der Angeklagte. Die sexuellen Handlungen seien einvernehmlich gewesen. Am nächsten Morgen sei er durch den Freund seiner Bekannten brutal attackiert worden.

Landgericht Berlin

© dpa

Der Eingang des Landgerichts Berlin mit dem Schriftzug des Gerichts und dem Berliner Wappen.

Der Angeklagte hatte die 19-Jährige laut Ermittlungen in der Nacht zum 16. Juli 2018 in der Wohnung ihrer Eltern in Berlin-Kreuzberg besucht. Nachdem sie gegessen hatten, habe er das Getränk der jungen Frau in einem unbeobachteten Moment mit K.o.-Tropfen versetzt, heißt es in der Anklage. Sie habe aus dem Glas getrunken. «Etwa zehn bis fünfzehn Minuten später wurde die Zeugin sehr müde, hörte Geräusche und verlor das Bewusstsein», so die Anklage. Diese Situation habe der 27-Jährige ausgenutzt und die Frau vergewaltigt.
Nachbarn hatten am nächsten Morgen die Polizei alarmiert, weil der 27-Jährige bewusstlos und verletzt auf der Straße lag. Im Prozess schilderte der Angeklagte, er sei «durch die Faust» des damaligen Freundes der 19-Jährigen aufgewacht. Der Angreifer habe ihn mit dem Vorwurf der Vergewaltigung konfrontiert. «Ich musste K.o.-Tropfen schlucken, dann schlug er mich mit einem Hammer», sagte der Angeklagte. Er habe vor laufender Handkamera einen Übergriff auf die 19-Jährige zugeben müssen. «Ich dachte, er wollte mich damit später erpressen und Geld verlangen.»
Das mutmaßliche Opfer sollte im Prozess als erste Zeugin befragt werden. Sie erschien jedoch nicht. Ob die Frau die Ladung zum Gerichtstermin erhalten hatte, blieb zunächst offen. Sie soll nun am 28. Oktober befragt werden.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 23. Oktober 2020 14:49 Uhr

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