Feuer im Kriminalgericht: Angeklagter weist Vorwürfe zurück

Feuer im Kriminalgericht: Angeklagter weist Vorwürfe zurück

Weil er mehrere Feuer im Kriminalgericht in Berlin-Moabit gelegt haben soll, muss sich ein 30-Jähriger wegen schwerer Brandstiftung verantworten. Der Angeklagte soll an sieben Stellen - meist WC-Räumen - Papier angezündet und an anderer Stelle Baumaterial in Brand gesetzt haben. Der Verteidiger erklärte zu Prozessbeginn am Montag vor dem Landgericht, der Tatvorwurf werde «komplett zurückgewiesen». Sein Mandant sei bei Löscharbeiten und nicht bei einer Brandlegung entdeckt worden.

Der Eingang zum neubarocken Gebäude vom Kriminalgericht Moabit

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Der Eingang zum neubarocken Gebäude vom Kriminalgericht Moabit.

Der Mann habe sich am 3. März 2020 wegen eines Verhandlungstermins im Gebäude des Kriminalgerichts Moabit aufgehalten, heißt es in der Anklage. In einem «situativ gefassten Tatentschluss» sei es zu Brandlegungen an sieben verschiedenen Stellen gekommen. Dem damals alkoholisierten Mann sei es darauf angekommen, das Gebäude oder zumindest wesentliche Teile davon für einige Zeit unbenutzbar zu machen.
Die Feuer wurden teilweise von Angestellten des Gerichts gelöscht, später dann von der Feuerwehr. Das Gebäude wurde geräumt. Durch die schnelle Reaktion von Feuerwehr, Polizei und den Kollegen aus der Justiz habe sich ein größerer Brand vermeiden lassen, hieß es damals.
Die beiden Verteidiger erklärten, die Ermittler hätten sich «sehr früh auf den Angeklagten eingeschossen». Der 30-Jährige sei wegen seiner Alkoholisierung möglicherweise «etwas auffälliger» gewesen. Eine Justizbeamtin sagte als erste Zeugin, ihr sei der Mann auch aufgefallen, weil er bei der Einlasskontrolle «aufbrausend und aggressiv» gewirkt habe. Der Angeklagte habe damals erklärt, er habe etwas gegen Beamte.
Der 30-Jährige war kurz nach den Taten festgenommen worden und befindet sich seitdem in Haft. Der Prozess geht am 26. August weiter.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 24. August 2020 15:14 Uhr

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