Behörden: Stadtautobahn-Angreifer nicht auf ihrem «Radar»

Behörden: Stadtautobahn-Angreifer nicht auf ihrem «Radar»

Der Angreifer von der Berliner Stadtautobahn war vor dem islamistischen Anschlag mit einem Auto nicht im Blick der Sicherheitsbehörden in der Hauptstadt.

Unfälle auf Berliner Stadtautobahn - Ermittlungen

© dpa

19.08.2020, Berlin: Ein kaputtes Auto und ein zerstörtes Motorrad stehen auf der Berliner Stadtautobahn A100 in Höhe der Ausfahrt Alboinstraße. Der Staatsschutz ermittelt gegen einen Mann, der für eine stundenlange Sperrung der Stadtautobahn gesorgt hat und eine vermeintliche Munitionskiste bei sich trug.

Es habe keine Staatsschutzerkenntnisse zu dem 30-jährigen Iraker und keine Anzeichen für eine Radikalisierung gegeben, sagte ein Sprecher der Innenverwaltung am Donnerstag (20. August 2020) . «Er war nicht auf dem Radar.» Aufgefallen sei der Mann, der mit einer Duldung in Deutschland lebt, in der Vergangenheit aber mit Delikten wie Körperverletzung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte.

Angreifer machte gezielt Jagd auf Motorräder

Der 30-Jährige hatte am Dienstagabend an drei Stellen der Stadtautobahn laut Staatsanwaltschaft gezielt Fahrzeuge angegriffen und gerammt. Er hatte demnach Jagd auf Motorräder gemacht. Sechs Menschen waren verletzt worden, drei davon schwer. Gegen den Angreifer wird wegen versuchten Mordes ermittelt. Ein schwerst verletzter Feuerwehrmann liegt auf der Intensivstation. «Sein Zustand ist ernst, wir sind in Gedanken bei ihm und hoffen das Beste», sagte ein Feuerwehrsprecher am Morgen.

Iraker vorerst im Maßregelvollzug untergebracht

Der abgelehnte Asylbewerber ist nun vorerst im Maßregelvollzug, dem Haftkrankenhaus, untergebracht, wo er psychiatrisch behandelt wird. Dies hatte ein Haftrichter wegen psychischer Auffälligkeiten am Mittwochabend entschieden. Die Unterbringung sei eine erste Momentaufnahme und bedeute nicht automatisch, dass der Angreifer schuldunfähig ist, sagten Ermittlerkreise der Deutschen Presse-Agentur. Der Iraker werde weiter begutachtet und befragt. Bislang soll er sich nicht geäußert haben.

Generalstaatsanwältin Koppers: Mann kann trotz psychischer Auffälligkeiten schuldfähig sein

Nach der Festnahme am Dienstagabend sei der Mann von einer Polizeiärztin begutachtet worden, diese sei nicht von einer Schuldunfähigkeit ausgegangen, der mutmaßliche Täter soll klar gewirkt haben. Bei einer weiteren Begutachtung seien dann am Mittwoch aber psychische Auffälligkeiten festgestellt worden. Generalstaatsanwältin Margarete Koppers hatte am Mittwoch gesagt, trotz psychischer Auffälligkeiten sei ein gezieltes Verhalten möglich.
Ein Warndreieck mit Schriftzug "Unfall"
© dpa

Unfallmeldungen

Unfallmeldungen auf Autobahnen inklusive dem Berliner Ring und der Berliner Innenstadt. mehr

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 20. August 2020 11:59 Uhr

Weitere Polizeimeldungen