Demo gegen rechtsextreme Anschläge in Neukölln

Demo gegen rechtsextreme Anschläge in Neukölln

Nach einem erneuten Brandanschlag in Neukölln, der mutmaßlich von Rechtsextremen verübt wurde, wollen am Freitag (26. Juni 2020) Demonstranten durch den Kiez ziehen.

Polizei

© dpa

Polizist in Uniform.

Unter dem Motto «Den rechten Terror stoppen» wird im Internet dazu aufgerufen. «Letzte Woche wurde die Bäckerei Damaskus zum siebten Mal Opfer eines rechten Anschlags», heißt es dort. Seit zehn Jahren würden Neonazis Anschläge gegen Migranten und Linke in Neukölln verüben.

«mit Farbe aufgetragenes NS-Symbol» an Hauswand

Anlass ist ein Brandanschlag auf einen Lieferwagen in der Sonnenallee in der Nacht zum vergangenen Freitag. Die Polizei war am Freitag zunächst von einer unpolitischen Tat ausgegangen. Am Sonntag teilte sie dann mit, an der Hauswand direkt neben dem Tatort sei ein «mit Farbe aufgetragenes NS-Symbol» festgestellt worden. Damit landete der Fall beim Landeskriminalamt (LKA). Laut einem Bericht des Senders RBB wurde ein Hakenkreuz auf die Fassade der Bäckerei gesprüht.

Inzwischen 72 Taten, darunter 23 Brandstiftungen in Neukölln

Seit Jahren schmieren in Neukölln Rechtsextremisten Nazi-Symbole und Drohungen an Hauswände, verschicken Hass-Botschaften und beschädigen Schaufenster. Anfang 2018 wurden die Autos eines Kommunalpolitikers und eines Buchhändlers angezündet. Danach durchsuchte die Polizei Wohnungen von mehreren verdächtigen Rechtsextremisten, fand aber keine Beweise. Die Polizei setzte eine Ermittlungsgruppe zu der Serie ein und geht inzwischen von 72 Taten aus, darunter 23 Brandstiftungen. Viele davon wurden zwischen Ende 2016 und Mitte 2017 begangen. Gegen zwei Verdächtige wurde im November wegen Nazi-Schmierereien im Jahr 2017 Anklage erhoben.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 24. Juni 2020 13:42 Uhr

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