Schleuserbande gefasst: Albaner nach Großbritannien gebracht

Schleuserbande gefasst: Albaner nach Großbritannien gebracht

Die Bundespolizei hat in Berlin einen Schleuserring gesprengt. Bei einer großen Razzia wurden am Mittwoch elf Räumlichkeiten, vor allem Wohnungen sowie eine Kneipe, durchsucht und zahlreiche Beweise beschlagnahmt, wie die Bundespolizei und die Generalstaatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilten. Ein Mann wurde verhaftet. Die Bande soll vor allem Albaner über Berlin nach Irland und weiter nach Großbritannien geschleust haben. Mehr als 170 Polizisten waren im Einsatz.

Ein Polizeifahrzeug steht bei einer Razzia im Wedding

© dpa

Ein Polizeifahrzeug steht bei einer Razzia im Wedding.

Die Schleuser hätten in einer Fälscherwerkstatt falsche Dokumente herstellen lassen, vor allem vermeintlich griechische oder italienische ID-Karten, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Die Albaner seien dann meist von Italien nach Berlin gekommen. Oft flogen sie, manche fuhren mit dem Bus. In Berlin wurden ihnen die gefälschten Ausweise übergeben. Von den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld seien sie dann nach Dublin gereist, so der Sprecher. Von dort ging es weiter nach Großbritannien, wo sie auf Baustellen arbeiten wollten.
In der Wohnung des 38-jährigen Albaners, der in Wedding verhaftet wurde, fanden die Polizisten den Angaben zufolge vier Männer, die unerlaubt in Deutschland sind. Weitere vier geschleuste Männer wurden in einer anderen Wohnung entdeckt. Für die Schleusung mussten die Albaner laut Polizei zwischen 300 und 4000 Euro bezahlen. Die mutmaßlichen Bandenmitglieder sind Albaner, Griechen, Kosovaren, Türken, Mazedonier und Deutsche.
Bei den Durchsuchungen in Schöneberg, Wedding, Neukölln, Treptow-Köpenick, Lichtenberg und Steglitz-Zehlendorf wurden 124 000 Euro Bargeld, viele gefälschte Reisepässe und andere Ausweise, Handys, Datenträger und weitere Unterlagen beschlagnahmt. «In ersten Fällen haben wir schon klar erkannt, dass es sich um gefälschte Dokumente handelt», sagte der Sprecher. Bundespolizei und Staatsanwaltschaft hatten seit Februar ermittelt.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 24. Juni 2020 13:19 Uhr

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