Noch-Ehefrau verfolgt und vergewaltigt: Angeklagter gesteht

Noch-Ehefrau verfolgt und vergewaltigt: Angeklagter gesteht

Ein 36-jähriger Berliner, der seine getrennt lebende Ehefrau monatelang verfolgt und in fünf Fällen vergewaltigt haben soll, hat vor dem Landgericht gestanden.

Staatsanwaltschaft und Landgericht Berlin

© dpa

Was geschehen ist, tue ihm leid, erklärte der Mann am Mittwoch (27. Mai 2020) zu Prozessbeginn über seine Verteidigerin. Er habe inzwischen erkannt, dass die Beziehung nicht mehr fortzuführen ist. Laut Anklage hatte er von Oktober 2018 bis Dezember 2019 wiederholt gerichtlich ausgesprochenen Kontaktverboten zuwider gehandelt und die 44-Jährige unter Vorwänden aufgesucht, bedroht und zum Geschlechtsverkehr gezwungen.
Wegen fortwährender Nachstellungen nach der Trennung habe die Frau seit Mai 2018 Beschlüsse nach dem Gewaltschutzgesetz erwirkt, so die Anklage. Demnach sei es dem 36-Jährigen unter anderem untersagt worden, ihre Wohnung zu betreten, sich ihr zu nähern oder Kontakt zu ihr aufzunehmen. Unter dem Vorwand, ein Gespräch mit ihr führen zu wollen, habe er die Frau dennoch immer wieder aufgesucht, bedroht, zum Teil eingesperrt und vergewaltigt.
Die 44-Jährige hatte Anfang Januar 2020 Anzeige erstattet. «Er ließ mich einfach nicht in Ruhe», gab sie damals zu Protokoll. Ein Nein habe ihr Mann nicht akzeptieren wollen, hieß es weiter in der im Prozess verlesenen Aussage. In einem früheren Verfahren sei er verurteilt worden, weil er sie massiv geschlagen habe. Der Konsum von Kokain habe den Vater ihrer vier Söhne verändert. Wegen der Kinder sei es trotz der Gewalt immer wieder zu Kontakten gekommen.
Vor der Aussage des Angeklagten war es zu einer Verständigung der Prozessbeteiligten gekommen. Im Falle eines Geständnisses wurde dem Mann eine Strafe zwischen dreieinhalb und vier Jahren Gefängnis in Aussicht gestellt. Zum Urteil könnte es noch am Mittwoch kommen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 27. Mai 2020 14:34 Uhr

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