Angriffe auf Polizei durch Demonstranten in Rigaer Straße

Angriffe auf Polizei durch Demonstranten in Rigaer Straße

Unbekannte haben am Samstagabend auf einer Demonstration in Berlin-Friedrichshain Polizisten mit Flaschenwürfen angegriffen und randaliert. Mehr als tausend Menschen hatten an der Demonstration teilgenommen, die unter anderem den Erhalt von Wohnprojekten der linksalternativen Szene forderte. Auch Böller und Farbbeutel seien in der Rigaer Straße aus der Demonstration auf die Polizisten geworfen worden, sagte eine Polizeisprecherin. Ein kleiner Teil der Protestierer trug schwarze Vermummung. Randalierer hätten außerdem einen Bauzaun umgerissen und eine Scheibe eines Bauwagens eingeworfen.

Die Demonstranten waren am frühen Abend in Kreuzberg und Neukölln gestartet und nach Friedrichshain gezogen. Sie forderten den Erhalt von Wohnprojekten in einigen früher besetzten Häusern, etwa in der Rigaer Straße 97 und Liebigstraße 34, sowie der Neuköllner Kiezkneipe «Syndikat». Die Häuser gelten als Symbole der linksautonomen Szene in Berlin. Seit Jahren greifen dort Autonome immer wieder Polizisten an.
Während des Großteils der Strecke in Kreuzberg und Friedrichshain verlief alles weitgehend friedlich. Einzelne Demonstranten zündeten allerdings Böller an und schossen Silvesterraketen ab.
Am 15. November steht eine Gerichtsverhandlung an, in der es um das Haus Liebigstraße 34 geht. Bei der Demonstration riefen Sprecher zum Widerstand auf, sollte das Gericht die Kündigung von Pachtverträgen bestätigen.
Die Polizei sprach von rund tausend Teilnehmern, Beobachter schätzten die Zahl etwas höher. Die Polizei hatte insgesamt rund 1500 Leute im Einsatz für die abendliche Demonstration sowie eine große Demonstration gegen den Einmarsch der türkischen Armee in Nordsyrien am Nachmittag. Parallel lief am Abend das Fußball-Lokalderby zwischen Union Berlin und Hertha BSC in Köpenick, wo ebenfalls ein Großaufgebot der Polizei bereit stand.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Samstag, 2. November 2019 21:23 Uhr

Weitere Polizeimeldungen