Knapp 280 Fahrzeuge in Berlin angezündet oder beschädigt

Knapp 280 Fahrzeuge in Berlin angezündet oder beschädigt

Die Täter sind schwer zu fassen. Sie agieren blitzschnell und meist im Schutze der Dunkelheit. In Berlin gehen immer wieder Autos in Flammen auf.

Feuerwehr mit Blaulicht

© dpa

Bei Brandanschlägen in Berlin sind in diesem Jahr bislang 279 Fahrzeuge angezündet oder beschädigt worden (Stand 16. Juli). Die Zahl der Fälle sei im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen, teilte die Polizei auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Damals waren 227 Autos direkt in Brand gesteckt oder Flammen beschädigt worden. Direkt angegriffen wurden im ersten Halbjahr 2019 demnach 164 Fahrzeuge. Zudem wurden laut Angaben 115 Autos durch übergreifende Flammen und Hitze in Mitleidenschaft gezogen.
Bei einem Teil der Anschläge geht die Polizei von politischen Motiven aus. Die Täter werden im linksextremistischen Spektrum vermutet. So seien bisher 19 Firmenfahrzeuge und 12 Privatwagen direkt betroffen gewesen. 28 weitere Fahrzeuge seien beschädigt worden.
Im Januar hatte der Anschlag auf Dienstfahrzeuge des Ordnungsamtes Neukölln Empörung ausgelöst. Unbekannte hatten neun Autos und Transporter in Brand gesteckt. Auch die frühere Bezirksbürgermeisterin und jetzige Bundesfamilienministerin, Franziska Giffey (SPD), hatte sich fassungslos gezeigt. Betroffen waren auch Kleinlaster oder Transporter von Firmen. Ende Januar war zudem das Auto eines AfD-Politikers angezündet worden. Ein Tatverdächtiger wurde gefasst.
Bei den meisten Brandstiftungen gehen die Ermittler von anderen Hintergründen aus. Angenommen werden nach Auskunft der Polizei auch reiner Vandalismus, pyromanische Tendenzen, gezielte Racheaktionen im privaten Umfeld, Versicherungsbetrug und sogenannte Verdeckungsbrände. In einem solchen Fall soll mit einem Feuer eine andere Straftat verdeckt werden. Bei den Taten ohne politisches Motiv seien 24 Tatverdächtige ermittelt worden, hieß es.
Im gesamten Jahr 2018 registrierte die Polizei brennende 446 Fahrzeuge. Davon waren 273 direkt in Brand gesteckt worden.
Zur weiteren Entwicklung im zweiten Halbjahr gab die Polizei keine Prognose ab. Seit Jahren gehen immer wieder Autos in Flammen auf, Täter sind nur schwer zu fassen. 2011 wurden noch 537 Fahrzeuge direkt angezündet. Die Polizei fahndete damals mit großem Aufwand und der Sonderkommission «Feuerschein» nach Brandstiftern. So wurde auch ein Mann gefasst, auf dessen Konto mehr als 100 Taten gingen. In den Folgejahren ging die Zahl der Brandstiftungen zurück, die Soko wurde aufgelöst.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 22. Juli 2019 08:55 Uhr

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