Geschwisterpaar missbraucht: Erzieher gesteht vor Gericht

Geschwisterpaar missbraucht: Erzieher gesteht vor Gericht

Ein Erzieher, der zwei Kinder eines befreundeten Paares über Jahre hinweg sexuell missbraucht haben soll, hat vor dem Berliner Landgericht ein pauschales Geständnis abgelegt.

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Die Vorwürfe seien zutreffend, erklärte der 38-Jährige am Dienstag (02. April 2019) zu Beginn des Prozesses. Dem Mann werden rund 50 Übergriffe in der Zeit von 2009 bis 2017 zur Last gelegt. Die Opfer seien bei den ersten Taten vier beziehungsweise sechs Jahre alt gewesen. Zudem wurde in der Wohnung des Erziehers massenhaft Kinderpornografie sichergestellt.
Eines der Kinder hatte sich im August 2018 offenbart. Kurz darauf war der Angeklagte festgenommen worden. Vor rund drei Wochen wurde der 38-Jährige allerdings auf Anordnung des Kammergerichts der Hauptstadt aus der Untersuchungshaft entlassen - wegen rechtsstaatswidriger Verfahrensverzögerungen, wie die Richter begründeten. Die gesetzliche Frist von sechs Monaten zwischen Inhaftierung und Beginn einer Hauptverhandlung sei nicht eingehalten worden. Das Kammergericht kritisierte unter anderem eine «personelle Unterausstattung» des strafrechtlichen Bereichs der Berliner Justiz.
Der Angeklagte soll die Geschädigten - ein Junge und dessen jüngere Schwester - als langjähriger Freund der Familie regelmäßig betreut haben. Diese Stellung habe er ausgenutzt, so die Anklage. Er habe die Kinder missbraucht und immer wieder Übergriffe gefilmt. In der Wohnung des Mannes seien mehr als 25 000 kinderpornografische Bilder und verbotenes Videomaterial mit einer Gesamtdauer von mehr als 17 Tagen beschlagnahmt worden. Der Prozess wird am 5. April fortgesetzt.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 2. April 2019 14:16 Uhr

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