Mutmaßlicher Einbruchversuch vor Münzdiebstahl unerkannt

Mutmaßlicher Einbruchversuch vor Münzdiebstahl unerkannt

Wenige Tage vor dem spektakulären Münzdiebstahl aus dem Berliner Bode-Museum ist ein mutmaßlicher Einbruchversuch nicht erkannt worden. Die Scheibe eines Fensters war gesplittert, ein Bolzen beschädigt - aber «dass es ein Einbruchversuch war, haben wir leider nicht wahrgenommen», sagte der Referatsleiter Sicherheit der Staatlichen Museen zu Berlin am Montag im Prozess um den Diebstahl der 100-Kilogramm-Goldmünze vor knapp zwei Jahren. Eine Reparatur sei beauftragt, jedoch noch nicht ausgeführt worden, fügte der Zeuge hinzu. Der Einbruch gelang dann über dieses Fenster.

Goldmünze «Big Maple Leaf» im Museum

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Die 100 Kilogramm schwere Goldmünze «Big Maple Leaf» steht im Bode-Museum in Berlin. Foto: Marcel Mettelsiefen/Archiv

Vier junge Männer sollen in der Nacht zum 27. März 2017 die «Big Maple Leaf» mit einem damaligen Wert von knapp 3,75 Millionen Euro gestohlen haben. Die Beute blieb verschwunden. Ermittler vermuten, dass die Münze zerstückelt und verkauft wurde. Die deutschen Angeklagten im Alter von 20 bis 24 Jahren schweigen bislang. Sie sind auf freiem Fuß.
Offenbar war die Tatnacht fast die letzte Möglichkeit für den Diebstahl. Die seltene Leihgabe eines Privatmannes sollte «am nächsten oder übernächsten Tag» in eine andere Berliner Ausstellung gebracht werden, gab der Sicherheitschef zu Protokoll.
In einer früheren Befragung hatte ein Sicherheitsmitarbeiter eingeräumt, dass es seit 2014 technische Probleme mit dem Fenster der Herren-Umkleidekabine im zweiten Stock gegeben habe. Die Verschluss-Alarmsicherung sei defekt gewesen.
Ermittler gehen davon aus, dass die Diebe die Tat mindestens zehn Tage lang planten. Vermutlich seien sie dreimal am Museum gewesen. Drei der mutmaßlichen Diebe gehören zu eine arabischstämmigen Großfamilie.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 28. Januar 2019 13:20 Uhr

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