Betrug bei Unterbringung von Flüchtlingen: Makler gesteht

Betrug bei Unterbringung von Flüchtlingen: Makler gesteht

Ein Immobilienmakler hat Betrügereien bei der Unterbringung von Flüchtlingen vor dem Landgericht Berlin gestanden. Er habe dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) fingierte Kosten in Rechnung gestellt und rund 33 000 Euro erschlichen, gab der 31-Jährige zu Prozessbeginn am Freitag zu. Die von ihm angegebenen Berliner Wohnungen hätten ihm überhaupt nicht oder erst zu einem späteren Zeitpunkt zur Verfügung gestanden. Zu den Taten sei es gekommen, weil er sich in einer finanziellen Notlage befunden habe.

Justitia

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Vor dem Justizgebäude steht eine Statue der Göttin Justitia. Foto: Stefan Puchner/Archiv

Die Anklage lautet auf gewerbsmäßigen Betrug und Urkundenfälschung im besonders schweren Fall. Dem gelernten Kaufmann werden sieben Fälle in der Zeit von März bis Mai 2016 zur Last gelegt. Mit seiner in Bayern ansässigen Immobilienfirma habe er Verträge mit dem Lageso zur Unterbringung von Flüchtlingen in eigens von ihm angemieteten Unterkünften geschlossen. Anschließend habe er Kosten in Rechnung gestellt, die nicht angefallen seien. Für acht Objekte habe er Nachweise für Nutzungsgenehmigungen und Mietverträge gefälscht.
Der vorbestrafte Immobilienmakler erklärte, er habe ursprünglich eine legale Unterbringung für Bauarbeiter aufbauen wollen. «Aber dann kamen die Flüchtlinge.» Es sei allerdings schwer gewesen, Wohnungen zu finden. Weil er Schulden und auch ein Drogenproblem hatte, habe er Unterlagen gefälscht. «Kurze Zeit funktionierte es.» Er bitte um Verzeihung. Der Prozess wird am 23. Januar fortgesetzt.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 18. Januar 2019 15:00 Uhr

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