Tödlicher Streit von Großfamilien kommt erneut vor Gericht

Tödlicher Streit von Großfamilien kommt erneut vor Gericht

Nach einem blutigen Streit zweier Großfamilien in Berlin mit einem Toten und drei Schwerverletzten müssen die Hauptangeklagten mit einer Verschärfung ihrer Haftstrafen rechnen.

Justitita-Statue hält Waage

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Die Staatsanwaltschaft hatte mit ihrer Revision gegen die Verurteilung der drei Männer wegen Totschlags und versuchten Totschlags Erfolg: Der Bundesgerichtshof (BGH) hält es für möglich, dass die Taten aus niedrigen Beweggründen begangen wurden und damit als Mord zu werten sind, wie aus seinem am Dienstag (8. Januar 2019) veröffentlichten Urteil hervorgeht. Der Prozess muss zum Teil neu aufgerollt werden.
Die jahrzehntelang gut befreundeten bosnischen Familien waren Ende 2015 in Streit geraten. Über Beleidigungen und Tätlichkeiten schaukelte sich der Konflikt hoch, bis ein Treffen zur Klärung in einem Café vereinbart wurde. Dort kam es zur Eskalation: Ein Mann verblutete nach einem Messerstich in den Rücken und einem Bauchschuss, drei weitere Männer wurden lebensgefährlich verletzt.
2017 hatte das Landgericht Berlin drei damals 44, 43 und 23 Jahre alte Männer zu Haftstrafen von 13 Jahren, 11 Jahren und 7 Jahren und 7 Monaten verurteilt. Rechtsfehlerhaft, entschied nun der fünfte Strafsenat des BGH in Leipzig: Das Auslöschen von Menschenleben sei möglicherweise nicht mehr eine verständliche Reaktion auf erlittene Schmach, sondern eine «besonders verachtenswerte Form der Selbstjustiz». Die Revisionen der Angeklagten und mehrerer Nebenkläger wurden verworfen. (Az. 5 StR 379/18)
Das Blaulicht
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 8. Januar 2019 13:57 Uhr

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