Cannabisplantage in Sachsen-Anhalt: Teilgeständnis

Cannabisplantage in Sachsen-Anhalt: Teilgeständnis

Rund sechs Monate nach der Entdeckung einer großen Cannabisplantage in einem Haus in Sachsen-Anhalt stehen in Berlin vier mutmaßliche Drogenhändler vor dem Landgericht. Die Männer hätten sich einen monatlichen Gewinn von mindestens 20 000 Euro versprochen, heißt es in der am Donnerstag zu Prozessbeginn verlesenen Anklage. Die 37- bis 54-Jährigen hätten als Bande agiert. Drei der Angeklagten schwiegen zunächst. Ein 44-Jähriger erklärte in einem Teilgeständnis, er sei für Gartenarbeiten angeheuert worden und davon ausgegangen, dass sein Auftraggeber Cannabis für den Eigenbedarf angebaut habe.

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Hanf-Pflanzen. Foto: Oliver Berg/Archiv

Zwei der Männer waren im Juli in der Hauptstadt verhaftet worden. Ein 54-Jähriger sei Freigänger der Justizvollzugsanstalt des Offenen Vollzugs Berlin gewesen, heißt es in der Anklage. Er habe die für die illegale Aufzucht genutzte Immobilie in Marke im Januar 2018 für 50 000 Euro erworben. Der Freigänger und zwei weitere Angeklagte sollen ab April eine professionelle Indoor-Plantage zur Aufzucht von Cannabispflanzen aufgebaut haben. Zwei Monate später sei der vierte Verdächtige als Berater hinzugezogen worden.
Der 44-Jährige erklärte weiter, er habe von den Planungen seines mitangeklagten Auftraggebers und des als «Berater» geltenden 40-jährigen Mitangeklagten nichts gewusst. Nur einmal habe er für eine halbe Stunde im Auftrag des 40-Jährigen Cannabispflanzen beschnitten.
Bei einer Durchsuchung im Juli wurden laut Anklage unter anderem sechs Beete mit mehr als 1200 Pflanzen gefunden. Der Prozess wird am 9. Januar fortgesetzt.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 20. Dezember 2018 15:50 Uhr

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